Gemüse richtig aufbewahren: So bleibt es länger frisch.

Frau hat zwei Frischhaltedosen in der Hand und packt diese in den offenen Kühlschrank

Lesezeit: 11 Minuten

Verschiedene Gemüsesorten bevorzugen unterschiedliche Temperaturen. Während einige Sorten im Kühlschrank länger frisch bleiben, sind andere bei Zimmertemperatur besser aufgehoben. Grundsätzlich sollte Gemüse möglichst im Ganzen gelagert werden. Angeschnittene Stücke bewahrst du gut verschlossen im Kühlschrank auf. Für eine längere Haltbarkeit eignet sich außerdem das Einfrieren vieler Sorten.

Die wichtigsten Tipps zur Aufbewahrung von Gemüse.

Offener Kühlschrank, darin frisches grünes Gemüse, Käse und Oliven .
  • Gemüse im Kühlschrank besser ohne Plastik aufbewahren.

    Entferne luftdichte Plastikverpackungen bei Gemüse, da sich darin Feuchtigkeit sammelt, die zu Schimmelbildung führen kann. Perforierte Kunststofftüten sowie Stoff- oder Netzbeutel hingegen sind zur Aufbewahrung gut geeignet.
  • Blätter, Grün und Stiele entfernen.

    Bei Möhren, Radieschen, Kohlrabi oder Fenchel verlängert sich die Lagerfähigkeit, wenn das Blattgrün vor der Aufbewahrung entfernt wird. Dadurch reduziert die Pflanze ihre Stoffwechselaktivität. Bei Mais, Blumenkohl und Brokkoli sollten die äußeren Blätter hingegen am Gemüse verbleiben, da sie als natürlicher Schutz vor Austrocknung dienen.


  • Beschädigte Stellen kontrollieren.
    Gemüse mit Druckstellen, Verletzungen oder faulen Stellen sollte möglichst bald verbraucht und nicht eingelagert werden. Andernfalls können Fäulnis und Schimmel entstehen und sich auf anderes Gemüse ausbreiten.
  • Stapelung vermeiden.
    Achte darauf, schweres Gemüse nicht auf empfindliche und leichte Sorten zu legen, da es sonst zu Druckstellen und Beschädigungen kommt.
  • Gemüse nicht waschen.
    Bevor Gemüse in den Kühlschrank oder ins Regal kommt., sollte es nicht gewaschen werden. Denn dadurch wird es schneller schlecht. Wasche es immer erst kurz vor dem Verzehr.
  • Geeignete Aufbewahrungsbehälter verwenden.
    Spezielle Vorratsbehälter aus Glas oder Kunststoff erleichtern die Aufbewahrung im Kühlschrank. Ton- und Keramikbehälter bzw. Gitter- oder Bambusschalen sind gut für die Lagerung im Schrank oder in der Vorratskammer geeignet.

Gemüse im Kühlschrank lagern.



Die meisten Gemüsesorten, etwa Blattgemüse, Lauch und Brokkoli, sind im Kühlschrank sehr gut aufgehoben. Das Gemüsefach bietet ideale Bedingungen, um diese Sorten vor dem Austrocknen zu schützen. Karotten und Kohlrabi kannst du in ein feuchtes Tuch einwickeln, dann bleiben sie länger frisch. Wurzelgemüse wie Kartoffeln und Zwiebeln mögen es gerne dunkel, kühl und trocken. Ideal für die Lagerung ist ein Keller. Du kannst sie aber auch im Küchenschrank oder gut abgedeckt und vor Licht geschützt im Vorratsregal aufbewahren.

Achtung: Dieses Gemüse gehört nicht in den Kühlschrank.

Gemüsesorten, deren botanische Heimat in wärmeren Klimazonen liegt, sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden. Durch die niedrigen Temperaturen verlieren diese häufig an Aroma und Geschmack. Nach der Ernte hält sich dieses Gemüse je nach Sorte außerhalb des Kühlschranks in der Regel mehrere Tage bis zu zwei Wochen.  

Am besten lagerst du es auf der Arbeitsplatte in der Küche oder vorsichtig in Draht- oder Strohkörben. Achte darauf, dass sich die einzelnen Gemüsesorten möglichst nicht berühren, um Druckstellen und Schimmelbildung zu vermeiden.

Zu den Gemüsesorten, die nicht in den Kühlschrank gehören, zählen:

  • Auberginen
  • Tomaten
  • Knoblauch
  • Kartoffeln
  • Kürbis
  • Zwiebeln
Gemüseschublade mit frischem Wirsing, Paprika, Blumenkohl und Radieschen im Kühlschrank.
Zwei Kisten mit sandigen Kartoffeln in einem Lagerraum.

Gemüse im Keller lagern.

Gemüsesorten mit festem, stärkehaltigem Fruchtfleisch lassen sich besonders gut und über einen längeren Zeitraum im Keller aufbewahren. Dazu zählen viele Arten von Wurzelgemüse wie Kartoffeln, Süßkartoffeln, Sellerie und Kohlrabi. Auch Kürbisse sowie verschiedene Kohlsorten eignen sich für die Lagerung im Keller.

Achte darauf, dass sich die einzelnen Gemüsesorten möglichst nicht berühren, da die Berührungspunkte anfälliger für Schimmelbildung sind. Kontrolliere dein Lager außerdem regelmäßig und sortiere faulende Knollen oder Köpfe sofort aus, damit sich Fäulnis nicht auf das übrige Gemüse ausbreitet.

Gemüse in Sand lagern.

Für eine besonders lange Haltbarkeit kannst du Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken, Rote Bete oder Rüben auch in Sand lagern – zum Beispiel im Keller oder auf einem geschützten Balkon. Diese Methode klingt im ersten Moment vielleicht ungewöhnlich, ist aber eine bewährte Möglichkeit, das Gemüse lange frisch zu halten.

Alles, was du dafür brauchst, ist eine Holzkiste oder ein anderes geeignetes Gefäß sowie herkömmlicher Spielsand aus dem Baumarkt. Verwende leicht feuchten, aber keinesfalls nassen Sand. Beginne damit, den Boden der Kiste mit einer Schicht Sand zu bedecken. Anschließend legst du das Wurzelgemüse in den Sand und bedeckst es vollständig damit.¹

Damit das Gemüse möglichst lange frisch bleibt, solltest du den Lagerplatz regelmäßig lüften und die eingelagerten Wurzeln in regelmäßigen Abständen auf Fäulnis kontrollieren. Fauliges Wurzelgemüse solltest du sofort aussortieren, damit sich Fäulnis nicht auf das übrige Gemüse ausbreitet.¹

Karotten im Holzkasten

Gemüse im Erdkeller oder in der Erdmiete lagern.  

Die Lagerung im Erdkeller oder in einer Erdmiete ist eine alte Methode, die bereits genutzt wurde, als es noch keine Kühlschränke gab.¹ Auch heute kann diese Form der Lagerung bei größeren Erntemengen sinnvoll sein – zum Beispiel bei Sellerie oder Kartoffeln.

Eine Erdmiete ist ein ausreichend tiefes Loch im Boden, in dem Gemüse kühl, aber gleichzeitig frostfrei gelagert werden kann. Bevor das Gemüse eingelagert wird, sollte es nur grob abgebürstet werden. Die anhaftende Erde kann das Austrocknen des Gemüses verlangsamen.

Grüne Blätter, beispielsweise von Wurzelgemüse, können vor der Lagerung mit einer Gartenschere entfernt werden.

Lächelnde Frau steht vor einem geöffneten Kühlschrank und hält frischen grünen Salat in der Hand.

Kann man Gemüse zusammen mit Obst lagern?

Viele Obstsorten, aber auch einige Gemüsesorten wie Tomaten, Kartoffeln und Spargel setzen das Reifegas Ethylen frei.² Früchte, die viel Ethylen produzieren, etwa Äpfel und Birnen, reifen auch nach der Ernte. Sie werden weicher und süßer. Das Reifegas lässt auch Lebensmittel in der Nähe schneller altern. Besonders betroffen sind ethylenempfindliche Gemüsesorten wie Blattsalate, Gurken und Kohlrabi. Vereinfacht ausgedrückt: Viele Früchte bilden Ethylen und reifen nach. Die meisten Gemüsesorten reifen nach der Ernte hingegen nicht weiter, sondern altern und verderben. Auf Nummer sicher gehst du deshalb, wenn du Gemüse und Obst getrennt voneinander aufbewahrst.

Diese Lebensmittel verströmen viel Ethylen:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Bananen
  • Avocados
  • Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen
  • Zwetschgen, Pflaumen
  • Tomaten  

Lagerung von Gemüse: Eine Übersicht für den Alltag  

Gemüsesorte

Lagerorte

Verpackung

Ungefähre Haltbarkeit

Auberginen

Kühler, dunkler Vorratsraum

Ungewaschen, trocken, möglichst unverpackt oder in Papier

Etwa 3–7 Tage

Gurken

Kühler, dunkler Vorratsraum, Kühlschrank nur kurzzeitig

Ungewaschen, möglichst unverpackt oder in Papier

Etwa 1 Woche; im Kühlschrank 1–2 Tage

Karotten

Dunkel, kühl, Keller, Sand oder Gemüsefach

Blattgrün entfernen, ungewaschen in feuchtes Tuch/luftdurchlässige Box

1–2 Wochen; frische Bundmöhren kürzer

Kartoffeln

Kühler, dunkler Vorratsraum, Keller oder Sand

Holzkiste, Korb, Papiersack; getrennt von Zwiebeln

Mehrere Wochen bis Monate

Kohlgemüse (z. B. Rotkohl, Blumenkohl oder Brokkoli)

Gemüsefach oder Keller

Äußere Blätter als Schutz belassen

Im Kühlschrank 2–4 Tage, Weiß-/Rotkohl mehrere Wochen

Kohlrabi

Gemüsefach

Blätter entfernen, feuchtes Tuch

Etwa 3–7 Tage

Lauch/Porree

Gemüsefach

Ungewaschen, in Papier/Tuch; angeschnittener Lauch in geschlossene Dose

Etwa eine Woche

Paprika

Dunkle Speisekammer

Ungewaschen, trocken und locker

Etwa 5–10 Tage

Radieschen

Gemüsefach

Blattgrün entfernen, feuchtes Tuch

Etwa 3–7 Tage

Blattsalat

Gemüsefach

Beschädigte Blätter entfernen, locker in feuchtes Tuch

Je nach Sorte etwa 2–5 Tage

Tomaten

Schattiger Platz; nicht dauerhaft im Kühlschrank

Locker, getrennt von ethylenempfindlichem Gemüse; reife Tomaten kurzfristig im Kühlschrank

Je nach Reifegrad etwa 5–14 Tage

Zucchini

Kühler, dunkler Vorratsraum oder Gemüsefach

Ungewaschen, trocken, locker; getrennt von ethylenreichem Obst

Etwa 3–7 Tage

Zwiebeln

Dunkler, trockener Vorratsraum oder Keller

Netz oder Korb; getrennt von Kartoffeln

Je nach Sorte mehrere Wochen bis Monateve

Quelle: Verbraucherzentrale³

Gemüse haltbar machen: einfrieren und konservieren.



Tiefkühlfächer im Kühlschrank, Gefrierschränke und Gefriertruhen sind eine praktische Möglichkeit, Gemüse länger aufzubewahren. Hier lassen sich überschüssige Mengen aus gekochten Gerichten, Einkäufen oder der eigenen Ernte für mehrere Monate haltbar machen. Wer Gemüse alternativ ohne Einfrieren länger aufbewahren möchte, kann es auch fermentieren.

Fast jede Gemüsesorte kann eingefroren werden. Dabei stellt sich vor allem die Frage, ob das Gemüse roh oder blanchiert eingefroren werden sollte. Beim Blanchieren wird das Gemüse je nach Sorte für etwa ein bis vier Minuten in kochendes Wasser gegeben und anschließend in Eiswasser abgeschreckt.  

Einige Gemüsesorten wie Kürbis, Lauchzwiebeln, Paprika, Pilze, Spargel und Zucchini können roh eingefroren werden. Andere Sorten sollten vor dem Einfrieren blanchiert werden, um Vitamine und Farbe zu erhalten.⁴ Dazu gehören beispielsweise Blumenkohl, Bohnen, Brokkoli, Erbsen, Fenchel, Kohlrabi, Mangold, Möhren, Rosenkohl und Spinat.

Wichtig ist, das Gefriergut immer luftdicht zu verpacken, um Gefrierbrand zu vermeiden. Damit du den Überblick über deine Vorräte behältst, solltest du die eingefrorenen Lebensmittel mit Inhalt, Menge und Einfrierdatum beschriften.

Etwa ein- bis zweimal im Jahr empfiehlt es sich, das Gefriergerät abzutauen. Diese Gelegenheit kannst du nutzen, um den Inhalt zu kontrollieren und eine kleine Inventur deiner Vorräte durchzuführen.

Häufig gestellte Fragen zur Aufbewahrung von Gemüse.

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