Aufnahme von einem vollen grünen Wald, die Sonne scheint durch die Bäume.

Entwaldungsfreie Lieferketten.

Wälder sind nicht nur wichtige Ökosysteme, sondern haben auch eine große Bedeutung für den Klimaschutz, denn Bäume nehmen klimaschädliches Kohlenstoffdioxid aus der Atmosphäre auf und binden es. Zusätzlich sind diese Ökosysteme bedeutend für den Erhalt der Biodiversität. ALDI SÜD ist sich der Dringlichkeit von Maßnahmen zur Rettung bedrohter Waldgebiete und anderen natürlichen Ökosysteme bewusst und setzt auf schnelles und effektives Handeln. Daher setzt die Unternehmensgruppe ALDI SÜD auf unterschiedliche Maßnahmen, um Entwaldung und Umwandlung zu verhindern. Dabei unterstützen wir ausdrücklich die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Lieferketten, die importbedingte Entwaldung stoppen soll. Zertifizierungen, Transparenz und Zusammenarbeit in Multi-Stakeholder-Initiativen sind dabei Schlüsselelemente, wenn es darum geht, unsere Anforderungen umzusetzen. Erfahre mehr darüber in den Bereichen Holz, Palmöl, Soja und Rindfleisch.

Warum sollten wir die Wälder schützen?

Luftaunahme von einem Wald, über einigen Bäumen hängt eine leichte Wolkendecke.

Ob der ferne Regenwald oder unser heimischer Wald: Wälder regulieren das Klima.¹ Bäume reinigen die Luft, speichern CO₂, und liefern Sauerstoff. Sie sorgen für Schatten und speichern Regenwasser. So kühlen sie die Erde herunter, verhindern Austrocknung und Erosionen. Zudem sind sie Lebensräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Kurz: Waldschutz ist eine effektive Maßnahme gegen den Klimawandel und die Folgen menschenverursachter Umweltverschmutzung. Doch der Wald sowie andere natürliche Ökosysteme wie Savannen und Moorgebiete sind durch Rodungen und Umwandlungen, Waldbrände, Schädlinge und den Klimawandel bedroht.

Durch den Verlust der Wälder wird der Klimawandel beschleunigt. Und umgekehrt schadet der Klimawandel den Bäumen. Global Forest Watch zeigt anhand von NASA-Aufnahmen den Waldverlust auf der ganzen Welt. Im Jahr 2024 ist weltweit eine Fläche von 6,7 Millionen Hektar tropischer Urwald zerstört worden.² Das entspricht fast der Fläche von Bayern. Die häufigsten Gründe sind Rodung und Entwaldung, Waldbrände und Klimaschäden wie Trockenheit, Hitze und Sturm. Auch die Ausbreitung von Baumschädlingen wie Borkenkäfer und Nonnenfalter ist verheerend und eine Folge des Klimawandels.

Holz

Langer Stapel frisch gefällter Baumstämme entlang eines Waldwegs in einem dichten Nadelwald, im warmen Licht.

ALDI SÜD setzt sich daher seit vielen Jahren für den Schutz der Wälder durch eine zertifizierte Forstwirtschaft sowie die Weiterverarbeitung bzw. Wiederverwendung von Holzmaterialien ein. Holz ist ein wichtiger Rohstoff in vielen unserer Produkte: Von Aktionsartikeln wie Möbeln über Papierprodukte wie Küchenrollen und Toilettenpapier bis hin zu zahlreichen Produktverpackungen und Werbemitteln. Selbst in Hygiene-, Putz- und Haushaltswaren werden Holzbestandteile eingesetzt. Deshalb setzen wir bei unseren holzbasierten Eigenmarkenartikeln seit Ende 2020 zu 100% auf zertifiziertes Holz, Papier und Zellulose (FSC, PEFC, Blauer Engel) ein. Unsere holz- und papierbasierten Produktverpackungen sind entweder nach dem FSC– oder PEFC-Standard zertifiziert oder bestehen aus mindestens 70 Prozent Recyclingmaterial.

Auch für unsere Werbematerialien wie Handzettel, Preisschilder und Poster sowie bei internem Kopierpapier benutzen wir ausschließlich zertifiziertes Frischfaser- oder Recyclingmaterial.

Palmöl

Nahaufnahme einer Palmfrucht.

Palmöl und Palmkernöl werden aus dem Fruchtfleisch beziehungsweise Kern der Palmfrucht gewonnen. Palmöl ist in zahlreichen Food- und Non-Food-Artikeln, wie Gebäck, Waschmittel, Kerzen und Brotaufstrichen enthalten. Im Vergleich zu Rapsöl, Sonnenblumenöl und Kokosnussöl ist die Produktion von Palmöl am ertragreichsten. Wegen seiner Konsistenz und Haltbarkeit ist Palmöl besonders vielseitig einsetzbar. Für den Anbau werden allerdings oft großflächige Gebiete des Regenwaldes abgeholzt.

Die Abholzung von Regenwäldern für Palmölplantagen trägt erheblich zur Zerstörung von Ökosystemen und zur Freisetzung von Treibhausgasen bei. Vor diesem Hintergrund ist ALDI SÜD Mitglied des RSPO, um den Anbau zu kontrollieren und auch Kleinbäuer:innen mit einzubeziehen.

Seit 2011 ist ALDI SÜD Mitglied des Runden Tisches für nachhaltiges Palmöl („Roundtable on Sustainable Palm Oil“, kurz: RSPO). Der RSPO-Standard enthält Anforderungen zum Schutz von Wäldern und anderen ökologisch wertvollen Flächen, darunter Vorgaben zur Vermeidung von Entwaldung sowie zum Schutz von Flächen mit hohem Naturschutzwert und hohem Kohlenstoffbestand. Darüber hinaus umfasst der Standard Anforderungen zur Achtung von Landrechten, einschließlich des Prinzips der freien, vorherigen und informierten Zustimmung betroffener Gemeinschaften (FPIC), sowie Vorgaben zum Schutz von Arbeitnehmerrechten, beispielsweise hinsichtlich Arbeitssicherheit, Nichtdiskriminierung sowie des Verbots von Kinder- und Zwangsarbeit. Für unsere Eigenmarkenartikel setzen wir ausschließlich RSPO-zertifiziertes Palmöl ein.

Soja

Soja Anbaufeld mit Sojabohnen.

Die Sojabohne gehört zu den Hülsenfrüchten und zeichnet sich durch ihren hohen Protein- und Nährstoffgehalt aus. Historisch wurden Sojabohnen in Asien angebaut, verbreiteten sich aber im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts in die restliche Welt. Heute kommt Soja überwiegend aus den USA, Brasilien und Argentinien. Wenn in Südamerika Wald für den Sojaanbau gerodet wird, werden wichtige Lebensräume für Pflanzen und Tiere negativ beeinflusst und erhebliche Mengen CO₂ freigesetzt.    

Der Anbau von Soja steht insbesondere in Teilen Südamerikas mit der Umwandlung von Wäldern und anderen naturnahen Ökosystemen in landwirtschaftliche Flächen in Verbindung. Gleichzeitig ist Soja eine wichtige Proteinquelle und wird vielseitig eingesetzt, etwa in veganen und vegetarischen Lebensmitteln.³

Der größte Teil wird in der Tierfuttermittelproduktion genutzt. Der weltweite steigende Fleischkonsum treibt den Sojaanbau an, was häufig auf Kosten großer Wald- und Savannenflächen geschieht. Dadurch gehen wertvolle Lebensräume verloren und es werden erhebliche Mengen CO₂ freigesetzt. Um dem entgegenzuwirken, fördert ALDI SÜD den zertifizierten Anbau und die Transparenz entlang der Lieferkette.

ALDI verpflichtet seine Lieferanten im Eigenmarkensortiment im Rahmen von Verträgen entwaldungsfreies Soja einzusetzen. Entwaldungsfrei meint hier, dass das Soja entweder aus Regionen außerhalb Südamerikas stammt, wie beispielsweise Europa oder USA. Alternativ kann es aus Südamerika bezogen werden, wenn es physisch von einem akkreditierten Standard zertifiziert ist und den Lieferkettenoptionen Area Mass Balance (AMB), Mass Balance (MB), Segregated (SG) oder Identity Preserved (IP) entspricht. Akzeptiert werden internationale Standards wie RTRS, ProTerra, ISCC, SFAP und Cefetera sowie verschiedene Händlerstandards.

Nahaufnahme einer offenen reifen Sojaschote und den Sojabohnen auf einer Hand.

Für Frischfleisch von deutschen Lieferanten setzen wir auf die Anforderungen des QS-Systems. Seit dem 1. Januar 2024 gilt dort das Modul QS-SojaPlus. Das Modul schreibt vor, dass im QS-System für die Tierfütterung ausschließlich nachhaltig zertifiziertes Soja eingesetzt werden darf. Anerkannt werden unter anderem die Standards ProTerra, RTRS und Donau Soja.⁴

Das Engagement in Multi-Stakeholder-Formaten, etwa Arbeitsgruppen von FONEI, ermöglichen den Dialog und Austausch u.a. mit Vertretern der Futtermittelwirtschaft, Schlachtbranche und anderen Lebensmitteleinzelhändlern, um Herausforderungen zu überwinden und branchenweite Lösungen für entwaldungsfreies Soja zu etablieren. Auf internationaler Ebene engagiert sich ALDI in der „Retail Soy Group“, dem „Round Table on Responsible Soy“ und Donau Soja (direkte Sojaprodukte).

Da der Export von Soja aus Südamerika über nur wenige große Händler abgewickelt wird, ist deren Einfluss innerhalb der Wertschöpfungskette entscheidend. Diese Marktführer müssen für die Umsetzung systematischer Veränderungen hin zu nachhaltigerem Soja-Anbau gewonnen werden. Im Rahmen des „Collective Soy Reportings“ (CSR) ermittelt ALDI SÜD jährlich seinen Sojafußabdruck. Mithilfe dieser jährlichen Lieferantenabfrage soll mehr Transparenz über die Herkunft und Zertifizierung von Sojafuttermitteln entlang der Lieferkette geschaffen werden.

Daneben gehört die ALDI SÜD Gruppe zu den Unterzeichnern des Cerrado Manifesto Statement of Support (SoS), während ALDI SÜD Deutschland das WWF Cerrado Soja Positionspapier als ein weiteres Signal zum Schutz des brasilianischen Regenwaldes unterzeichnet hat. ALDI SÜD Deutschland engagiert sich weiterhin im Forum nachhaltigere Eiweißfuttermittel.

Rindfleisch

Eine Kuhherde auf einer grünen Wiese, im Hintergrund sind ein Wald und grüne Hügel zu sehen.

Um Platz für Weideflächen zu schaffen, kommt es zu Regenwaldrodungen – insbesondere in Südamerika. Bei den Mengen, die wir aus Südamerika beziehen, befolgen wir unser international entwickeltes Rahmenwerk und konzentrieren uns darauf, die Risikoregionen zu vermeiden, da es dort keine Sicherheitsmechanismen gibt.

ALDI SÜD Deutschland schließt frisches, tiefgekühltes und verarbeitetes Rindfleisch aus Südamerika und Mexiko aus seinen Lieferketten aus. Eine Ausnahme ist Rindfleisch aus folgenden Regionen: Uruguay und Südargentinien (nicht erlaubt sind definierte Provinzen im Norden, die den Gran Chaco beheimaten). Mit Verzicht auf Rindfleisch aus Brasilien positionieren wir uns klar gegen die Entwaldung und Umwandlung in der Amazonas-Region.

Was kann ich tun, um den Wald zu schützen?

Die Ursachen für die Waldzerstörung klingen groß und global. Aber jede:r einzelne kann zum Forstschutz beitragen. Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten, den Wald zu schützen. Hier kommen vier Tipps für dich.

Eine Person pflanzt einen kleinen Baum in die Erde ein.
  1. Sei achtsam mit Papier.  Nutze einen Lappen statt Küchenrolle und andere Einweg-Putztücher. Bevorzuge gebrauchte Bücher, gib gelesene Bücher weiter oder leih dir Bücher aus. Kaufe vor Ort, statt zu bestellen und vermeide so unnötige Verpackungskartons.
  2. Reduziere deinen Fleischkonsum und bevorzuge regionales Fleisch. Über 80% der globalen Sojaproduktion wird zu Sojaschrot weiterverarbeitet, welches überwiegend als Tierfutter dient.⁵
  3. Nutze Smartphone, Laptop und andere Technik möglichst lange oder kaufe direkt gebrauchte Geräte. Rohstoffe in Handy und Computern wie Kupfer, Aluminium, Gold, Zinn, Tantal und Kobalt werden oft in Regenwaldgebieten abgebaut – und die Wälder für die Minen gerodet. Rund 7 % der Entwaldung ist auf den Bergbau zurückzuführen.⁶
  4. Verzichte aufs Rauchen. Die meisten Waldbrände sind menschengemacht. Viele entstehen durch weggeworfene Zigarettenstummel. Zudem zersetzen sich die Zigarettenstummel zu Mikroplastik und geben mehr als 7.000 verschiedene Schadstoffe wie Arsen, Blei, Chrom und Kupfer frei.⁷ Zudem werden schon für den Tabak-Anbau Wälder gerodet. Die Tabakpflanzen sind sehr anspruchsvoll und laugen die Böden aus, sodass schnell die nächsten Wälder für den weiteren Anbau entwaldet werden. Laut WHO ist die Tabakindustrie für 5 % der weltweiten Entwaldung verantwortlich.⁸

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