Achtung der Menschenrechte bei ALDI SÜD.
Als großer Einzelhändler, dessen Lieferketten täglich Millionen von Menschen berühren, versteht die ALDI SÜD Gruppe die Bedeutung der Achtung der Menschenrechte. Menschenrechte sind eine wichtige Dimension von ALDIs globaler Nachhaltigkeitsstrategie, da die Art und Weise, wie wir arbeiten, Waren einkaufen und welche Geschäftspartner:innen wir wählen, Auswirkungen auf die Einhaltung der Menschenrechte in unserem eigenen Geschäftsbereich und entlang der Lieferkette haben kann.
Wir verstehen den Schutz und die Förderung von Menschenrechten und Umwelt als Kernelement unseres unternehmerischen Handels. Menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten sind für uns nicht verhandelbar.
Unser Ansatz zur Sorgfaltspflicht.
Sorgfaltspflicht bedeutet, dass wir systematisch Menschenrechts- und Umweltrisiken in unseren Lieferketten überwachen und bewerten. Wir setzen Maßnahmen in unserem eigenen Geschäftsbereich und entlang der Lieferkette, um Risiken anzugehen und potenzielle negative Auswirkungen, die identifiziert wurden, zu verhindern bzw. zu minimieren.
Unser Ansatz zur Wahrung der Sorgfaltspflicht (Due-Diligence-Ansatz) umfasst sämtliche Richtlinien, Anforderungen und Prozesse, die Menschenrechte und Umwelt entlang der Lieferketten betreffen. Dieser Ansatz wird in der Richtlinie zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht dargelegt und wurde im Einklang mit den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitlinien für multinationale Unternehmen und den relevanten Standards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) entwickelt.
Unsere Richtlinie zur menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflicht: PDF herunterladen
Mit unserem Ansatz erfüllen wir nicht nur gesetzliche Vorgaben wie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), sondern kommen auch unseren umfassenderen Verpflichtungen im Bereich Menschenrechte und Umwelt nach. Wir überprüfen ständig unseren Ansatz, um der wachsenden Gesetzeslage gerecht zu werden, wie zum Beispiel der bevorstehenden Europäische Lieferkettenrichtlinie (CSDDD).
Auf unserer Seite zum Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz und in unserer Grundsatzerklärung (PDF) zur Achtung der Menschenrechte und Umwelt erfahren Sie, wie wir dieses bei ALDI SÜD umsetzen.
Unsere Positionen und Verpflichtungen zu Menschenrechten.
- ALDI hat einen Due-Diligence-Ansatz entwickelt, der alle Richtlinien, Anforderungen und Prozesse regelt, die Menschenrechte und Umweltschutz in der Lieferkette betreffen.
- Wir setzen uns intensiv dafür ein, Kinderarbeit zu verhindern, frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.
- Das Recht auf Freiheit von moderner Sklaverei und Zwangsarbeit ist für die ALDI SÜD Gruppe nicht verhandelbar.
- Wir engagieren uns für die Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, insbesondere für die Rechte von Frauen in unseren Lieferketten.
- Die Unterstützung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen ist ein wichtiger Schritt hin zu verantwortungsvolleren Einkaufsmethoden.
- Die gesetzliche Einführung einer verbindlichen unternehmerischen Sorgfaltspflicht ist ein wichtiger Baustein zur Verwirklichung von Menschenrechten entlang internationaler Lieferketten.
Unsere wichtigsten Maßnahmen und Erfolge.
- Wir führen regelmäßige Risikoanalysen unserer Lieferketten und unseres eigenen Geschäftsbereichs durch.¹
- Wir erweitern stetig unser Konzept zu verantwortungsvollen Einkaufspraktiken, um soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte beim Kauf unserer Produkte zu berücksichtigen.
- 100 % unserer Hauptproduktionsstätten verfügen über ein anerkanntes Drittparteienaudit oder eine Zertifizierung.²
- Wir haben einen Menschenrechtsbeauftragten und das Thema ist bei uns auf höchster Geschäftsführungsebene platziert.
- Unser seit Jahren etabliertes ALDI SÜD eigenes Beschwerdeverfahren ermöglicht es den Menschen in unseren Lieferketten, ihre Rechte wahrzunehmen.
- Bis 2025: Wir gehen in die Tiefe und untersuchen durch 12 Human Rights Impact Assessments gezielt die Auswirkung einzelner Projekte auf Menschenrechte.
- Wir führen verschiedene Projekte zur Förderung der Menschenrechte in unseren Lieferketten durch. So haben wir für mind. 50% unserer in Deutschland verkauften Bananen einen existenzsichernden Lohn etabliert. Erfahre mehr über Sustainable Supply Chains
Die Säulen unserer Umsetzungsstrategie.
- Governance und Verantwortlichkeiten
- Ermittlung negativer Auswirkungen
- Festlegung von hoch-priorisierten Lieferketten
- Implementierung von Präventionskonzepten
- Etablierung von Beschwerdemechanismen
- Überprüfung der Wirksamkeit
Wie stellt ALDI SÜD sicher, dass Lieferant:innen und Geschäftspartner:innen Verantwortung übernehmen?
Die ALDI Nachhaltigkeitsstandards für Geschäftspartner:innen (PDF) (früher Sozialstandards in der Produktion) legen unsere Mindestanforderungen für die Lieferketten von ALDI fest. Diese umfassen Themen wie die Nulltoleranz von Zwangsarbeit, Kinderarbeit und Diskriminierung sowie Anforderungen im Bereich des Umweltschutzes, der Vereinigungsfreiheit und der Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Wir haben spezifische Richtlinien zu wesentlichen Risiken wie Kinderarbeit und Zwangsarbeit entwickelt sowie verschiedene Tools und Programme zur Bewältigung von Risiken in der Lieferkette entwickelt. Dazu gehört das Corporate Responsibility Supplier Evaluation (CRSE) Programm. Die CRSE wird in relevanten hochpriorisierten Lieferketten implementiert, um unser Einkaufsvolumen auf Lieferant:innen mit starken CR-Managementsystemen zu konzentrieren.
Unsere zwei Corporate Responsibility (CR) Einheiten, mit Sitz in Hongkong SAR (Special Administrative Region), China, und Bangladesch, überwachen die Einhaltung unserer Nachhaltigkeitsanforderungen durch Lieferant:innen und Produktionsstätten mittels ALDI Sustainability Assessments (ASAs) und unterstützen die Lieferant:innen bei der Umsetzung von Menschenrechts- und Umweltstandards.
Wie erkennen wir, ob Menschenrechte gefährdet sind?
Die Achtung international anerkannter Menschenrechte sind für uns aufgrund unserer eigenen Geschäftsaktivitäten und internationalen Lieferketten wesentlich. Dazu gehören unter anderem das Diskriminierungsverbot, Gesundheits- und Arbeitsschutz, Vereinigungsfreiheit, das Recht auf faire Entlohnung sowie das Verbot von Menschenhandel, Kinderarbeit und Zwangsarbeit. Transparenz in der Lieferkette ist die Grundlage für die Einhaltung von Menschenrechten. Ohne zu wissen, woher unsere Produkte stammen, können wir keine Einhaltung von Standards gewährleisten, Risiken analysieren, überwachen oder Projekte umsetzen. Wir arbeiten mit unseren Geschäftspartner:innen zusammen, um die Transparenz unserer Lieferketten stetig zu erhöhen, um die Herkunft der Rohstoffe, die wir in unseren Produkten verwenden, sowie der Produkte, die wir verkaufen, besser verstehen können.
Zudem führen wir jährlich und anlassbezogen Risikoanalysen für den eigenen Geschäftsbereich, für direkte Geschäftspartner:innen und in den tieferen Lieferkette durch, um Risiken und potenzielle Menschenrechtsverletzungen zu identifizieren. Die Human Rights Impact Assessments (HRIAs) von ALDI SÜD sind ein wichtiger Schritt zu mehr Transparenz in den Lieferketten und dem Verständnis unserer Auswirkungen auf die Menschenrechte der betroffenen Arbeiter:innen und Gemeinschaften. Erfahre mehr über die HRIAs auf unserer internationalen Website Human Right Impact Assessments (HRIAs) | ALDI SOUTH Group. Wir prüfen regelmäßig die Einhaltung der Menschenrechte in den Produktionsstätten und bei Produzent:innen. Hierzu nutzen wir Sozialaudits und Zertifizierungen, die durch anerkannte externe Dienstleister:innen durchgeführt werden, sowie die ALDI Sustainability Assessments (ASAs) mit spezialisierten Mitarbeiter:innen vor Ort.
Beschwerdemechanismen im Bereich Menschenrechte.
Wir sind davon überzeugt, dass Beschwerdemechanismen ein geeignetes Mittel sind, um Verstöße gegen unsere Grundsätze zu ermitteln und Abhilfe für die Betroffenen zu schaffen. Aus diesem Grund bieten wir allen Mitarbeiter:innen und externen Dritten geschützte Meldewege, um Verstöße gegen externe und interne Regeln zu melden. Die Beschwerdekanäle ermöglichen es Personen entlang der Lieferkette, Missstände wie z. B. Menschenrechtsverstöße, Umweltrechtsverstöße, mangelnde Arbeitssicherheit oder ausbleibende Bezahlungen zu melden.
Hinweise können an den Vertrauensanwalt der Unternehmensgruppe ALDI SÜD Deutschland übermittelt werden. Darüber hinaus können sich Hinweisgeber:innen auch an die interne Compliance-Abteilung von ALDI SÜD wenden. Die Verfahrensordnung für Beschwerden ist auf der Compliance-Internetseite von ALDI SÜD in verschiedenen Sprachen (Deutsch, Englisch, Spanisch und Chinesisch) zu finden. Außerdem sind dort die Kontaktdaten der bestehenden Hinweisgeberkanäle veröffentlicht.
Zusätzlich kooperiert ALDI SÜD mit der Zivilgesellschaft und Stakeholdern der Branche, um Multi-Stakeholder-Beschwerdemechanismen in den Anbau- und Produktionsländern zu schaffen und zu unterstützen. Wir beteiligen uns an Projekten wie beispielsweise:
Über diese unabhängigen Kanäle können betroffene Rechteinhaber:innen aus den Anbau- und Produktionsländern Beschwerde einreichen. Darüber hinaus überprüfen von uns genutzte und anerkannte Zertifizierungsstandards, ob Beschwerdemöglichkeiten für Arbeiter:innen vor Ort in den Betrieben vorhanden sind.
Unterstützung europäischer Rahmenbedingungen und partnerschaftliches Engagement.
Unser langjähriges Engagement und die Zusammenarbeit mit diversen Interessengruppen haben gezeigt, dass Arbeitsbedingungen in Lieferketten am wirksamsten durch gemeinsame Initiativen und Partnerschaften verbessert werden können.
Daher setzen wir uns konsequent für Lösungen ein, die eine enge Zusammenarbeit aller relevanten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteur:innen erfordern. Wir befürworten die Einführung eines europaweiten gesetzlichen Rahmens zur Umsetzung einer klar definierten, praxistauglichen und langfristig wirksamen unternehmerischen Sorgfaltspflicht zur Achtung der Menschenrechte. Darüber hinaus bringen wir uns aktiv in Branchendialoge ein, begrüßen diese ausdrücklich und treiben sie voran, um gemeinsam branchenspezifische Standards zu entwickeln und nachhaltig zu verankern.
Veränderung durch Partnerschaften vorantreiben.
Viele Herausforderungen im Bereich der Menschenrechte in Lieferketten, wie beispielsweise die Zahlung von existenzsichernden Löhnen und Einkommen, sind systemisch und können nur gemeinsam als Branche angegangen werden. Wir setzen unsere Einkaufsmacht gezielt ein und arbeiten eng mit Partnerunternehmen und externen Organisationen zusammen, um die Dynamik wachsender gesetzlicher Anforderungen für positive Veränderungen zu nutzen.
Unsere Strategie basiert auf Zusammenarbeit: Durch branchenübergreifende Kooperationen, gemeinsame Programme, Initiativen mit mehreren Interessengruppen und den kontinuierlichen Dialog mit Betroffenen schaffen wir wirkungsvollen Einfluss. Dabei legen wir großen Wert auf eine vertrauensvolle, ehrliche und kompetente Beteiligung während des gesamten Prozesses der Sorgfaltspflicht.
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Fußnoten
¹ Regelmäßige Analysen der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken im eigenen Geschäftsbereich, bei den unmittelbaren Geschäftspartner:innen und in den tiefen Lieferketten. Darüber hinaus führen wir anlassbezogene Risikoanalysen durch, etwa wenn die Risikolage sich verändert hat. So behalten wir die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen unseres Handelns möglichst aktuell im Blick.
² Bezieht sich auf alle Non-Food und ausgewählte Food Warengruppen.
