Erneuerbare Energien bei ALDI SÜD.
Warum erneuerbare Energien die Zukunft sind: Um die Auswirkungen des Klimawandels einzudämmen, ist ein Umdenken in der Energieversorgung notwendig. Deutschland ist 2023 aus der Atomenergie ausgestiegen, doch fossile Energieträger wie Braun- und Steinkohle, Erdöl und Erdgas werden weiterhin genutzt. Diese Ressourcen sind begrenzt und bei ihrer Verbrennung werden schädliche Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid (CO₂) freigesetzt. Der CO₂-Gehalt in der Erdatmosphäre war rund 10.000 Jahre lang konstant. Seit der Industrialisierung hat er sich um rund 50 % erhöht, Tendenz steigend.¹ Durch erneuerbare Energien können fossile Energieträger ersetzt und Emissionen reduziert werden.²
Was sind erneuerbare Energien?
Anders als fossile Energiequellen sind erneuerbare Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Sonnenenergie, Erdwärme (Geothermie) und Bioenergie aus Biomasse erneuerbar und fast unbegrenzt verfügbar. Sie stoßen kaum CO₂ aus oder kompensieren das CO₂, wie bei der Bioenergie.² 2025 wurden durch erneuerbare Energien in Deutschland rund 265 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart. CO₂-Äquivalente sind eine Maßeinheit, um die Klimaauswirkungen der verschiedenen Treibhausgase vergleichen zu können.
Erneuerbare Energieträger und Strommix in Deutschland im Überblick.
- Windenergie: Die älteste erneuerbare Energiequelle. Mit Windmühlen wird bereits seit dem Altertum Korn zu Mehl gemahlen. Windkraftanlagen können an verschiedensten Standorten errichtet werden. Die Stromentstehungskosten für Windparks an Land sind niedriger als bei fossilen Brennstoffen. Offshore-Windparks werden im Meer errichtet und sind daher etwas kostenintensiver.³
- Solarenergie: Wird vor allem bei Photovoltaikanlagen und Sonnenkollektoren genutzt. Solarzellen produzieren Strom, Kollektoren Wärme. Photovoltaikanlagen stoßen nur 5 % der Treibhausgase im Vergleich zu Steinkohlekraftwerken aus.⁴ Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach oder Balkon kannst du deinen eigenen erneuerbaren Strom produzieren.
- Geothermie (Erdwärme)⁵: Je tiefer man gräbt, desto wärmer wird es. Erdwärme wird zum Heizen mittels Wärmepumpe und in tieferen Lagen für die Stromerzeugung genutzt. Beim Heizen mit einer Wärmepumpe fallen nach der Anschaffung nur Stromkosten an. Du bist daher unabhängig von Gas- und Ölpreisen.
- Wasserkraft: Wurde schon früh in Wassermühlen zum Mahlen von Getreide genutzt. Heute produzieren verschiedene Wasserkraftwerke auf der ganzen Welt Strom.
- Bioenergie: Entsteht durch die thermochemische, physikalisch–chemische oder biochemische Umwandlung von Biomasse in Strom oder Wärme. Einfach erklärt: Biomasse sind natürliche Produkte, also Holz, Pflanzenreste, Biomüll. Wird Holz verbrannt, entsteht Wärme. Oft erfolgt noch ein Zwischenschritt: Pflanzen werden so aufbereitet, dass sie als Biokraftstoff genutzt werden können. Biomüll und Pflanzenreste werden vergärt und mit dem entstandenen Biogas kann geheizt werden.
Vorteile und Nachteile von erneuerbaren Energien.
Ein Vorteil regenerativer Energiequellen liegt auf der Hand: Sie erneuern sich oder sind nahezu unerschöpflich wie die Sonne und der Wind. Zudem entstehen deutlich weniger Treibhausgase als bei konventioneller Wärme- und Stromerzeugung. Bei der Erzeugung der meisten erneuerbaren Energien entsteht kein CO₂, außer bei der Herstellung und Installation der Kraftwerke. Ausnahme ist die Bioenergie, bei der das CO₂ meist kompensiert wird.⁷ Zudem werden für den Bau aller Kraftwerke nichtregenerative Ressourcen verwendet, wie Silizium für Solarzellen. Die Wärme- und Stromerzeugung durch erneuerbare Energiequellen verursacht auch Kosten für Produktion und Installation. Die Stromentstehungskosten sind bei erneuerbaren Energien geringer als bei fossilen Energien: 2024 war die Stromgewinnung in einem modernen Steinkohle-Kraftwerk rund viermal teurer als in einem neuen Photovoltaik-Großkraftwerk.⁸
Welche Bedeutung werden erneuerbare Energien in Zukunft haben?
Computer, Smartphones, Smart Home, E-Autos: Der Stromverbrauch steigt. Jeder Webseitenaufruf kostet Strom – besonders in den Servern in Rechenzentren, über die Suchanfragen, soziale Medien, Streaming und Spiele laufen. Auch in der industriellen Fertigung wächst der Energieverbrauch. Deutschland hat daher bereits im Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verabschiedet. Im EEG sind sowohl der Ausbau der erneuerbaren Energien als auch die Begrenzung der Energiekosten für Bürger:innen und Unternehmen geregelt. Bis 2030 soll der Strommix in Deutschland zu mindestens 80 % aus erneuerbaren Energien bestehen. Noch ehrgeiziger ist das Ziel für 2045: Dann soll der deutsche Strom treibhausgasneutral sein.⁹⁺¹⁰
Maßnahmen von ALDI SÜD zur Energiewende.
Grüne Energie
Wir von ALDI SÜD sind uns bewusst, dass ein großer Teil der Energiewende von Industrie und Handel kommen muss. Daher setzen wir auf sogenannte Grüne Energie¹¹. Mehr als zwei Drittel unserer ALDI SÜD Filialen erzeugen auf den Dächern Solarstrom. Das sind mehr als 1.350 Dächer mit Photovoltaikanlagen – damit ist ALDI SÜD einer der größten Betreiber privater Solaranlagen in Deutschland. Etwa 80 % des von uns erzeugten Stroms verwenden unsere Filialen selbst, wir betreiben damit unter anderem die Beleuchtung, Kühlregale und Backöfen. Die restlichen 20 % werden ins deutsche Stromnetz eingespeist.
Kältetechnik mit natürlichen Kältemitteln.
Um unseren Kund:innen optimal gekühlte Waren anbieten zu können, gibt es in unseren Filialen Kühlregale und Kühltruhen. Diese benötigen sogenannte Kältemittel, um ihre Funktion zu erfüllen. Bereits bis zum Ende des Jahres 2023 wurde in über 90% der Filialen nur Kältetechnik mit natürlichem Kältemittel zur Kühlung der Lebensmittel betrieben. Die ersten CO₂-Kälteanlagen sind bereits seit 2006 im Einsatz.
Seit April 2023 stattet ALDI SÜD bei Neubauten und neu eingebrachten Kälteanlagen die gesamte Kühlregalstrecke (exkl. Obst- und Gemüse) mit Türen vor dem Kühlregal aus.
Zusätzlich werden seit April 2023 bei allen Filialmodernisierungen die Frischfleischregale mit Türen ausgeliefert. Bis Ende 2024 wurden die Frischfleischregale in allen bereits modernisierten Filialen nachträglich mit Türen ausgestattet.
Energiesparende Technik.
Zusätzlich setzen wir auf weitere energieeffiziente Technologien: Nutzung von Wärmerückgewinnung aus der Abluft von Lüftungsanlagen und Wärmepumpen in Neubauten. Der Energieverbrauch unserer ALDI SÜD Filialen und Logistikzentren wird überwacht und Ineffizienzen werden schnell erkannt und behoben. Die Logistik unserer Waren betreiben wir mit so wenig Energieaufwand wie möglich. Wir modernisieren unseren Fuhrpark und verwenden energieeffiziente Mehrkammersysteme LKW. Zudem testen wir alternative Antriebe, wie batterieelektrische LKW oder Wasserstoff LKW.
Tipps zum Energiesparen im Haushalt.
Ermittle mit einem Strommessgerät, welches du dir kostenlos bei der Verbraucherzentrale leihen kannst, welche deiner Geräte am meisten Strom verbrauchen. Laut Stiftung Warentest liegt das größte Sparpotential im Haushalt beim Warmwasser z.B. durch die Nutzung eines Sparduschkopfs¹². Er mischt das Wasser mit Luft. Dadurch verbrauchst du deutlich weniger Wasser – ohne es überhaupt zu merken. Geringverdiener:innen können zudem am Stromspar Check teilnehmen, der mit kostenlosen Soforthilfen wie LED-Lampen, Zeitschaltuhren und Co. unterstützt.
Heizkosten sparen.
Fast 70 % der Energie in Haushalten verbrauchen allein Heizungen.¹³ Mit einfachen Tricks kannst du viel sparen:
- Halte die Raumtemperatur zwischen 19-21 Grad Celsius. Kaum genutzte Vorräume kannst du auf 16 Grad Celsius reduzieren. Senke die Temperatur um 1 Grad Celsius, um rund 6 % Energie zu sparen.¹³
- Schalte die Heizung nachts aus oder besorge dir smarte Thermostate, welche die Temperatur regeln.
- Die Heizkörper solltest du regelmäßig entlüften. Dichte undichte Türen und Fenster ab, und verhindere kalte Zugluft, z.B. mit zusammengerollten Decken.
- Auch Teppiche auf dem Boden verhindern kalte Füße und reduzieren die Heizkosten.
- Durch Stoßlüften sorgst du dafür, dass kaum Wärme ungenutzt verpufft.
Umfassender ist eine energetische Sanierung von Gebäuden. Eine Energieberatung durch die Verbraucherzentrale hilft, die richtigen Maßnahmen samt Fördermitteln für deine Wohnung oder dein Haus zu finden. Möglich sind beispielsweise verschiedene Wärmedämmungen, moderne Fenster, ein neuer Heizkessel und Heizungspumpe oder der Umstieg auf effizientere Heizungsarten wie Wärmepumpen.
Weitere praktische Energiespartipps für den Alltag.
- Ausschalten statt Standby: Die meisten Geräte verbrauchen im Standby weiterhin Strom. Schalte Fernseher, Drucker und Router ganz aus oder trenne sie vom Stromnetz, wenn du sie gerade nicht brauchst. Das geht einfach mit Steckerleisten und Schaltzeituhren.
- Bewusst streamen und surfen: Das Internet gehört zu den größten Stromfressern – zum einen auf der Verbraucher:innenseite, besonders jedoch in den Rechenzentren. Jede E-Mail, jeder Prompt, jede App und jeder Webseite-Aufruf verbrauchen Energie. Besonders hoch ist der Stromverbrauch beim Streaming von Filmen, Computerspielen, Podcasts und Musik. Nutze analoge Medien oder lade Dateien zunächst herunter vor dem Abspielen, wenn möglich.
- Energieeffiziente Geräte: Achte bei der Anschaffung neuer Geräte (z.B. Kühlschrank, Gefrierschrank, Waschmaschine) auf die Energieeffizienz. Alte, stromfressende Geräte solltest du gegen energiesparende Elektrogeräte ersetzen.
- Richtig kühlen: Kühlschränke sind oft zu kalt eingestellt. Sieben Grad reichen, um Lebensmittel zu kühlen, wenn du den Kühlschrank richtig einräumst. Taue Gefrierfach oder Tiefkühler regelmäßig ab oder nutze No-Frost-Geräte.
- Eco-Programme nutzen: Waschmaschine und Geschirrspüler laufen im Eco-Modus stromsparender. Sie dauern länger, verbrauchen jedoch weniger Strom, da sie bei niedrigen Temperaturen waschen. Hänge deine Wäsche auf, statt sie in den Wäschetrockner zu geben.
- LED-Beleuchtung verwenden: Im Vergleich zu Halogen- und sogar Energiesparlampen brauchen LED-Lampen deutlich weniger Strom. Bereits nach ein bis zwei Jahren sind die höheren Anschaffungskosten wieder ausgeglichen – und das bei einer Brenndauer von über zehn Jahren. Im Garten solltest du zudem auf Solarlampen und Bewegungsmelder setzen und die Beleuchtung nicht permanent brennen lassen.
- Küchengeräte clever nutzen: Wasserkocher, Mikrowelle und Co. verbrauchen deutlich weniger Strom als der Herd.¹⁴ Gemüse kannst du in der Mikrowelle nicht nur erwärmen und auftauen, sondern auch kochen. Eine Kartoffel gart in der Mikrowelle in gerade einmal 1-3 Minuten (plus 5 Minuten Nachgarzeit im geschlossenen Gefäß). Für mehr als zwei Portionen oder Gemüsebeilage wie Spinat oder Rotkohl ist der Herd jedoch die bessere Wahl. Gleiches gilt auch für Heißluftfritteusen. Sie verbraucht so viel Strom wie ein Backofen, lohnt sich jedoch für kleine Portionen dank kürzerer Vorheizzeit.
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Fußnoten
¹ https://www.umweltbundesamt.de/daten/klima/atmosphaerische-treibhausgas-konzentrationen#kohlendioxid
² https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/erneuerbare-energien-vermiedene-treibhausgase#undefined
⁴ https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/photovoltaik#undefined und https://www.bund-nrw.de/braunkohle/hintergruende-und-publikationen/braunkohlenkraftwerke-contra-klimaschutz/
⁷ https://www.umweltbundesamt.de/daten/energie/erneuerbare-energien-vermiedene-treibhausgase
¹⁰ https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/energiewende-2320072
¹¹ Vertragspartner und Leistungsträger ist die PFALZWERKE AKTIENGESELLSCHAFT, Wredestraße 35, 67059 Ludwigshafen am Rhein, unter der Marke 123energie.
