Eiweiß verwerten: Rezeptideen und Tipps für übrig gebliebenes Eiklar.
Lesezeit: 4 min
Beim Backen und Kochen bleibt schnell mal Eiweiß übrig – etwa wenn für Spaghetti Carbonara oder Kuchenteig nur das Eigelb benötigt wird. Statt es wegzuwerfen, kannst du es aufbewahren, einfrieren oder direkt weiterverarbeiten. Je nachdem, wie viel übrig ist, bieten sich viele Möglichkeiten: von süßen Keksen und Plätzchen bis hin zu herzhaften Gerichten.
Eiklar: Was ist das eigentlich?
Eiklar ist der farblose Teil eines Hühnereis – also das, was im Alltag meist als Eiweiß bezeichnet wird. Beide Begriffe werden im Alltag synonym verwendet. „Eiweiß“ wird allerdings auch als Bezeichnung für Proteine verwendet, die in vielen verschiedenen Lebensmitteln vorkommen. Eiklar besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser und zu 10 Prozent aus Proteinen.¹
Eiweiß-Reste sinnvoll verwerten: So geht's.
Beim Trennen von Eigelb und Eiweiß – etwa für Rührteig oder Cremes – bleibt das Eiklar oft übrig. Dieses lässt sich vielseitig weiterverwenden: sowohl in Rezepten, die Eiklar oder Eiweiß verlangen, als auch in solchen, die ganze Eier vorsehen. Auch für herzhafte Gerichte wie Rührei, Omelett oder Eierstich eignet sich Eiklar hervorragend. Wer keine direkte Verwendung hat, kann das Eiweiß im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren und später verwenden. Wichtig beim Trennen: Soll das Eiklar später aufgeschlagen werden, darf kein Eigelb darin landen – schon kleine Reste können verhindern, dass es richtig steif wird.
Eiweiß-Reste süß verwerten: Kuchen, Plätzchen und Kekse.
Übrig gebliebenes Eiweiß lässt sich vielseitig in süßen Rezepten verwenden. Klassiker wie Baiser und Meringue-Törtchen kommen ganz ohne Eigelb aus. Auch beim Backen kannst du Eiklar clever einsetzen – zum Beispiel für Biskuitböden für Kuchen, Baiserhauben auf Torten oder als Basis für Macarons. Bei Desserts eignet sich Eiweiß außerdem für luftige Mousse-Varianten. Gerade in der Weihnachtsbäckerei bleibt häufig Eiweiß übrig – perfekt für Plätzchen wie Zimtsterne oder Kokosmakronen. Dafür wird das geschlagene Eiweiß meist mit Zucker und Zutaten wie Mandeln, Kokosflocken oder Nüssen zu einer formbaren Masse vermischt. Auch Mandel-Baiser-Plätzchen lassen sich so zubereiten. Flüssiges Eiklar kannst du außerdem direkt in Teige oder Cremes einarbeiten, ohne es vorher aufzuschlagen. Wird es dabei nicht ausreichend erhitzt, sollte es allerdings zeitnah verarbeitet werden.
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Eiweiß-Reste herzhaft verwerten: Omelett, Frittata und mehr.
Auch für herzhafte Gerichte eignet sich übrig gebliebenes Eiweiß sehr gut. Es lässt sich zum Beispiel für Omeletts und Eierstich oder als Bindemittel für Frikadellen und Panaden verwenden. Auch salzige Snacks lassen sich mit übrig gebliebenem Eiweiß zubereiten. Besonders einfach lässt sich eine Frittata zubereiten: Dafür Eiweiß mit Käse und Kräutern vermengen und in der Pfanne ausbacken. Nach Geschmack lässt sich dabei auch übrig gebliebenes Gemüse mitverwenden.
Eiweiß richtig lagern: So bleibt es frisch.
Getrenntes Eiweiß sollte luftdicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahrt und möglichst zügig verbraucht werden.² Am besten eignet sich dafür ein sauberes Schraubglas mit dicht schließendem Deckel, das vor Keimen und Bakterien schützt. Bei Zimmertemperatur verdirbt Eiweiß deutlich schneller und sollte deshalb nicht längere Zeit draußen stehen. Tipp: Datum und Menge direkt auf dem Glas notieren – so behältst du den Überblick über die Lagerdauer.
Woran erkennt man, ob Eiweiß noch gut ist?
Frisches Eiweiß ist klar und geruchsneutral. Verändert sich der Geruch oder das Aussehen, ist Vorsicht geboten. Riecht das Eiweiß unangenehm oder gar faulig, sollte es nicht mehr verzehrt werden.³ Auch eine deutliche Farbveränderung, etwa ein milchig-trübes Aussehen, oder eine auffällig wässrige Konsistenz können auf Verderb hindeuten. Im Zweifel gilt: lieber entsorgen als ein Risiko eingehen.
Kann man Eiweiß einfrieren?
Rohes Eiweiß lässt sich problemlos einfrieren.⁴ Am praktischsten ist es, das Eiklar portionsweise in sauberen, luftdicht verschließbaren Behältern oder Gefrierbeuteln einzufrieren und mit Datum und Menge zu beschriften. So lässt es sich später einfach entnehmen und verwenden. Bei –18 °C bleibt eingefrorenes Eiweiß laut BZfE bis zu 8 bis 12 Monate haltbar.⁴ Zum Auftauen das Eiweiß im geschlossenen Behälter in den Kühlschrank legen. Aufgetautes Eiweiß eignet sich zum Beispiel für Aufläufe, Gebäck oder Süßspeisen, die ausreichend erhitzt werden.⁴ Wichtig: Durch das Einfrieren werden mögliche Salmonellen nicht abgetötet.⁵ Aufgetautes rohes Eiweiß sollte deshalb vor dem Verzehr ausreichend erhitzt werden. Zudem sollte es nicht erneut eingefroren werden.⁶
Fazit: Eiweiß lässt sich sinnvoll weiterverwenden.
Übrig gebliebenes Eiweiß ist vielseitig verwendbar. Es eignet sich sowohl für süße Speisen als auch für herzhafte Gerichte. Im Kühlschrank hält es sich richtig gelagert einige Tage, eingefroren sogar mehrere Monate. Vor der Verwendung Geruch und Aussehen prüfen und rohes Eiweiß vor dem Verzehr ausreichend erhitzen.
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Fußnoten
¹ Süddeutsche Zeitung Magazin, „Ist Eiweiß eine irreführende Bezeichnung für das Eiklar?“
https://www.sueddeutsche.de/magazin/gruss-aus-der-kueche/ei-protein-eiklar-szm.94881
² Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/lebensmittel/lebensmittelhygiene/verbrauchertipps_zum_umgang_mit_lebensmitteln/die-richtige-lagerung-von-lebensmitteln-108002.html
³ Verbraucherzentrale,
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/eier-alles-zu-lagerung-und-haltbarkeit-58925
⁴ Bundeszentrum für Ernährung (BZfE),
https://www.bzfe.de/presse/pressemeldungen-archiv-2024-und-frueher/kann-man-eier-einfrieren
⁵ Verbraucherzentrale NRW,
https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/salmonellen-und-salmonellose-vorsicht-mit-rohen-eiern-und-fleisch-84656
⁶ infektionsschutz.de,
https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/salmonellen
