Omega-3-Fettsäuren: In diesen Lebensmitteln stecken sie drin.

Auswahl an Lebensmitteln wie Lachs, Nüsse, Samen, pflanzliche Öle, Obst und Gemüse auf einem Tisch arrangiert

Lesezeit: 6 min

Omega-3-Fettsäuren: Grundlagen.

Bei Omega-3-Fettsäuren handelt es sich um essenzielle Fettsäuren, die über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Sie kommen sowohl in pflanzlichen als auch in tierischen Lebensmitteln vor.¹ ² Pflanzliche Lebensmittel liefern dabei vor allem Alpha-Linolensäure (ALA), während Fisch und Algen die langkettigen Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) enthalten.¹ ² ⁷ Diese können über verschiedene Lebensmittel wie pflanzliche Öle, Nüsse und Samen sowie durch regelmäßigen Fischverzehr aufgenommen werden.¹ ² ⁷

Was sind Omega-3-Fettsäuren?

Unter dem Begriff Omega-3-Fettsäuren werden verschiedene mehrfach ungesättigte Fettsäuren zusammengefasst. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind bedeutende Nahrungsbestandteile, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie umfassen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren.¹ Insgesamt gibt es elf Arten von Omega-3-Fettsäuren, von denen drei Vertreter besonders häufig betrachtet werden: Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Sie unterscheiden sich in Struktur und Quellen.  

Drei wichtigste Omega-3-Fettsäuren.  

Pflanzliche Lebensmittel wie Soja, Algen, Walnüsse und Chiasamen auf einem Tisch arrangiert
Zubereitetes Lachsgericht mit Beilagensalat und Kartoffeln, das mit Messer und Gabel gegessen wird.

Alpha-Linolensäure (ALA).

ALA ist eine kurzkettige Omega-3-Fettsäure. Sie ist eine wichtige pflanzliche Omega-3-Fettsäure, die vom Körper nicht selbst gebildet werden kann und daher regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden muss.² ALA kommt überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vor und findet sich unter anderem in Lein- und Rapsöl, Walnüssen sowie Chia- und Hanfsamen. Sie dient als Ausgangsstoff für die Bildung von EPA und DHA. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist die körpereigene Umwandlung relativ gering. EPA und DHA werden daher vor allem direkt über Meeresprodukte wie fettreichen Seefisch aufgenommen.³

Eicosapentaensäure  

EPA ist eine langkettige Omega-3-Fettsäure. Sie kommt vor allem in marinen Lebensmitteln vor, insbesondere in fettreichen Seefischen wie Hering, Makrele oder Lachs sowie in bestimmten Algenarten.

Docosahexaensäure (DHA).

DHA ist ebenfalls eine langkettige Omega-3-Fettsäure. Sie wird überwiegend über marine Quellen aufgenommen, insbesondere über fettreichen Seefisch sowie Fisch- und Algenöle.  

Mann mit Schürze steht in der Küche und würzt ein Lachsgericht

Omega-3-Fettsäuren in Lebensmitteln.  

Omega-3-Fettsäuren unterscheiden sich vor allem in ihrer Form: Pflanzliche Quellen liefern überwiegend Alpha-Linolensäure (ALA), während marine Lebensmittel vor allem die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA enthalten.

Quellen für ALA.

Lebensmittel

ALA (g pro 100 g)

Leinöl

52,8

Leinsamen

19,97

Walnussöl

11,6

Walnüsse

10,06

Rapsöl

8,47

Chiasamen

19,41

Sojaöl

7,7

Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat  

Quellen für EPA und DHA.

Lebensmittel

EPA (g pro 100 g)

DHA (g pro 100 g)

Makrele (roh)

0,588

0,739

Hering (roh)

0,768

1,206

Lachs (roh)

0,697

1,115

Sardine (roh)

0,4924

0,6228

Thunfisch (roh)

0,223

0,593

Quelle: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

Der Umgang mit Omega-3-Pflanzenölen.  

Pflanzliche Öle sind eine Quelle für die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA). Leinöl ist besonders hervorzuheben, da es einen sehr hohen ALA-Anteil hat und sich bestens für die kalte Küche eignet, wie etwa in Salaten, Quark oder über gekochten Kartoffeln. Durch den mild-nussigen Geschmack ergänzt es viele Gerichte geschmacklich gut. Leinöl ist jedoch besonders empfindlich gegenüber Licht, Sauerstoff und Wärme. Aufgrund des hohen Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren kann es schnell oxidieren und dadurch ranzig werden. Daher sollte es stets dunkel, gut verschlossen und im Kühlschrank gelagert werden. Nach dem Öffnen ist es in der Regel nur begrenzt haltbar und sollte zügig verbraucht werden. Leinöl ist außerdem nicht zum Erhitzen geeignet und sollte ausschließlich kalt verwendet werden. Andere pflanzliche Öle liefern zwar ebenfalls Omega-3-Fettsäuren, allerdings in deutlich geringeren Mengen.  

Referenzwerte für Omega-3-Fettsäuren.

Für Erwachsene hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) festgelegt.

Für die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure) gibt die DGE für Erwachsene derzeit keine eigenständigen mengenmäßigen Referenzwerte an. Stattdessen empfiehlt die Fachgesellschaft für die Zufuhr der Fettsäuren den regelmäßigen Verzehr fettreicher Seefische wie Hering, Makrele oder Lachs. Zur Orientierung nennt die DGE ein bis zwei Fischmahlzeiten pro Woche.¹

Zusätzlich empfiehlt die DGE, bei der Auswahl von Fetten und Ölen auf eine günstige Fettsäurezusammensetzung zu achten. Hervorgehoben werden pflanzliche Öle wie Rapsöl und Walnussöl, die im Vergleich zu vielen anderen Pflanzenölen ein günstigeres Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren aufweisen.¹  

Person garniert asiatische Bowl aus Reis, Lachs, Edamame und Gurken mit Algen.

Das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6.

Neben der reinen Aufnahme einzelner Fettsäuren spielt auch das Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung eine Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) weist darauf hin, dass beide Fettsäuregruppen essenziell sind und regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden sollten.

In der westlichen Ernährung liegt die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren häufig deutlich höher als die von Omega-3-Fettsäuren.⁵ Omega-6-Fettsäuren kommen zum Beispiel in Sonnenblumen- und Distelöl sowie in stark verarbeiteten Lebensmitteln vor. Eine bewusste Auswahl verschiedener Fettquellen erleichtert es, die Fettsäurezusammensetzung der Ernährung abwechslungsreicher zu gestalten.⁶  

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Fußnoten

¹ Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
 https://www.dge-medienservice.de/media/productattach/d/g/dge_leitlinie_fett_kompakt.pdf  

² Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
 https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/fett-essenzielle-fettsaeuren/  

³ Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/omega-3-fettsaeuren-wichtig-aber-in-massen/  

⁴ Bundesinstitut für Risikobewertung (Bfr) https://www.bfr.bund.de/cm/343/fuer_die_anreicherung_von_lebensmitteln_mit_omega_3_fettsaeuren_empfiehlt_das_bfr_die_festsetzung_von_hoechstmengen.pdf  

⁵ DiNicolantonio JJ, O'Keefe J. The Importance of Maintaining a Low Omega-6/Omega-3 Ratio for Reducing the Risk of Autoimmune Diseases, Asthma, and Allergies. Mo Med. 2021 Sep-Oct;118(5):453-459. PMID: 34658440; PMCID: PMC8504498. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8504498/  

⁶ Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/fett/  

⁷ Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-empfehlungen/fisch/  

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische oder gesundheitliche Beratung.