Dutch Oven: Ein Feuertopf, der alles kann.
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Draußen kochen: Das klingt für dich nach Grillwurst und Gemüse vom Rost? Da geht noch mehr. Mit einem Dutch Oven kannst du noch so viel mehr ausprobierendie kreativsten Gerichte zubereiten. Und obwohl es sich bei dem schweren Topf aus Gusseisen um eine jahrhundertealte Erfindung handelt, ist der Dutch Oven sogenannte Feuertopf erst kürzlich zu einem echten BBQ-Trend herangewachsen. Wir zeigen dir, was du mit dem Supertopf alles anstellen kannst und wie du besonders lange Freude daran hast.
Was ist ein Dutch Oven?
Nenn ihn, wie du möchtest: „Feuertopf“ wie in Deutschland, „Cocotte“ wie in Frankreich, „Potje“ wie in den Niederlanden und Südafrika oder eben Dutch Oven wie im englischsprachigen Raum.
Hierzulande wird der Dutch Oven auch als „gusseiserner Topf“ oder „Schmortopf“ bezeichnet. Und zwar zurecht: Es handelt sich hierbei nämlich um einen schweren, sehr robusten Topf aus Gusseisen mit einem dicken Deckel – ideal für das Schmoren, Braten und Backen von allerlei Gerichten. Hast du es mit einem emaillierten Exemplar zu tun, spricht man auch von einem „emaillierten Schmortopf“.
Herkunft des Dutch Oven.
Seine Berühmtheit verdankt der mobile Pfundstopf den ersten niederländischen Siedlern in Amerika. Diese hatten auf ihrer langen Reise in Richtung Westen ihren aus Europa mitgebrachten „Dutch“ (engl. „den Niederländischen“) im Gepäck. Es gab diesen Topf in verschiedenen Größen und Formen, etwa auf drei Beinen oder zum Aufhängen über dem Lagerfeuer. Auch heute noch überzeugt der schwere Gusseisentopf mit seinem gut sitzenden Deckel viele Outdoor-Fans und bereichert diverse Indoor- und Outdoorküchen.
Dutch Oven, Bräter & Co.: Was sind die Unterschiede?
Da der Dutch Oven ein äußerst vielseitiges Küchenutensil ist, gilt er schon lange als wichtiges Koch- und Grillzubehör – gerade auch in gut ausgestatteten Outdoorküchen. Ein Bräter ist im Gegensatz zum Dutch Oven flach und wird in der Regel zum Braten von Fleisch im Ofen verwendet. Seine Breite erlaubt eine großflächige, knusprige Kruste des Fleischgerichts.
Kochtöpfe hingegen sind allgemein leichter und für flüssigere Zubereitungen wie Suppen oder Saucen gedacht. Die Wärmespeicherung und auch die Vielseitigkeit sind hierbei etwas geringer als beim Dutch Oven.
Dutch Ovens in verschiedenen Größen und Formen.
Du findest Dutch Ovens in allerlei Größen und Varianten im Handel. Welche Version die richtige für dich ist, hängt von der Zubereitungsart und der Anzahl an Personen ab, die du bekochen möchtest. Da der Topf ursprünglich aus den USA stammt, sind die Durchmesser auch heute noch oft in Zoll angegeben.
Aufgepasst: 1 Zoll (engl. „inch“) sind 2,54 Zentimeter.
Die meisten Dutch Ovens im Handel haben einen Durchmesser von 10 bis 16 Zoll. Das entspricht 4 bis 12 Litern. Kochst du hauptsächlich für zwei Personen, reicht vermutlich ein Topf mit einem Durchmesser von 8 Zoll (also 2 Litern) aus.
So wählst du die richtige Größe deines Dutch Ovens.
Beim Kauf deines Dutch Ovens gibt es einige Dinge zu beachten, was die Größe und die Form betreffen. Wir geben dir ein paar Anhaltspunkte, an denen du dich orientieren kannst:
- Mini Dutch Ovens (1 bis 2 Liter) sind ideal für ein bis zwei Personen. Du kannst hiermit wunderbar kleine Gerichte wie Eintöpfe zubereiten oder auch leckeres Brot backen.
- Mittelgroße Dutch Ovens (4 bis 6 Liter) sind eine beliebte Wahl für Haushalte mit vier bis zwölf Personen. Besonders gut lassen sich hierin größere Mahlzeiten wie Schmorgerichte, Braten oder größere Brote zubereiten.
- Große Dutch Ovens (6 bis 8 Liter) eignen sich wunderbar für größere Gruppen oder Familienfeste. Du kochst ein Chili con Carne oder Gulasch für 16 Personen? Dann ist das hier die richtige Wahl. Auch im Freien kannst du hiermit leckere Fleischgerichte zubereiten.
Zusätzlich hast du beim Kauf die Wahl zwischen einem runden, eckigen oder ovalen Dutch Oven. Welcher für dich der richtige ist, hängt ganz von deinen Kochbedürfnissen ab. Auch als Kastenform mit Deckel kannst du ihn kaufen – ideal für selbstgebackenen Kuchen oder Brot.
Der Feuertopf: Material und Bauweise.
Die meisten Feuertöpfe sind emailliert. Das erleichtert die Reinigung und verhindert, dass das Essen einbrennt. Doch auch nicht-emaillierte Dutch Ovens haben ihre Daseinsberechtigung: Sie können die Wärme besser speichern und verteilen.
Feuertöpfe haben einen dicken, schweren Deckel, der die Kante eng abschließt und die Feuchtigkeit im Topf hält. So kann das Gericht zart und saftig gegart werden.
Mit und ohne Füße, hängend oder mit Gestell.
Einige Modelle haben Füße, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Andere Modelle können wiederum auf ein Gestell gesetzt werden. Auch hängende Feuertöpfe gibt es zu kaufen. Jede Ausführung hat ihre eigenen Vorteile:
- Dutch Ovens mit Füßen sind wunderbar geeignet für den Einsatz über offenem Feuer oder über Kohlen. Dank der Füße liegt der Topf nicht auf dem heißen Boden auf, was eine gleichmäßigere Wärmeverteilung zur Folge hat.
- Dutch Ovens ohne Füße eignen sich gut für Herdplatten oder Backöfen. Dort ist eine gleichmäßige Hitzeverteilung gegeben und die sperrigen Füße nehmen keinen Platz weg.
- Dutch Ovens auf einem (Unter-)Gestell sind für den Einsatz über offenem Feuer gedacht. Der Vorteil: Der Abstand zur Hitzequelle kann reguliert und die Temperatur somit besser gesteuert werden.
Hängende Dutch Ovens werden an Drahtseilen über einer Feuerstelle oder einem Grill platziert. Das ermöglicht vor allem im Freien oder beim Camping eine kontrollierte, gleichmäßige Hitzezufuhr.
Du siehst: Es kommt ganz auf die Kochmethode und den Einsatzort an, welcher Dutch Oven der richtige für dich ist.
Mit dem Dutch Topf kochen – wie funktioniert das?
Er schmort, er backt, er grillt und kocht: Und das unter freiem Himmel oder indoor auf dem Herd und im Backofen. Bei aller Vielseitigkeit ist die Funktionsweise des Alleskönners schnell erklärt. Der aus schwerem Gusseisen gefertigte Topf mit Deckel wird direkt auf glühenden Kohlen oder auf dem Herd bzw. im Backofen bei hohen Temperaturen erhitzt. Weil das dicke Gusseisen von Topf und Deckel die Wärme besonders gut speichert und gleichmäßig verteilt, eignet sich der Dutch Oven perfekt zum Schmoren und Backen. Pro-Tipp: Wenn du draußen kochst und auch auf den Deckel glühende Kohlen legst, arbeitet der Feuertopf wie ein Herd mit Ober- und Unterhitze. Soll das Fleisch oder Gemüse vor dem Garen kross angebraten werden, so ist das Material dafür bestens geeignet. Und: Der Deckel lässt sich, einmal umgedreht, ideal als Bratpfanne verwenden.
Dutch Oven in der Feuerstelle nutzen.
Du machst gerne Outdoor-Trips, fährst regelmäßig in den Campingurlaub oder planst hin und wieder ein Gartenevent mit Lagerfeuer und Co.? Dann nimm deinen Dutch Oven einfach mit und nutze ihn direkt an der offenen Feuerstelle mit Grillbriketts, Kohle oder sogar direkt über den Flammen.
Achtung: Denk daran, dass besonders im Sommer – aber auch zu anderen Jahreszeiten – Waldbrandgefahr besteht. In vielen Teilen Deutschlands sind offene Feuer in Wäldern darum streng verboten.
Findest du einen geeigneten Ort für dein Feuer, kannst du den Feuertopf auf Briketts, Kohle oder direkt über dem offenen Feuer nutzen. Wer zum ersten Mal mit dem Dutch Oven kocht, sollte mit Briketts oder Kohle starten und ihn lieber nicht an einem Dreibein über das offene Feuer stellen. Informiere dich außerdem über notwendiges Zubehör, mit dem du dein Outdoor-Erlebnis möglichst sicher gestalten kannst.
Dutch Oven auf dem Gasgrill benutzen.
Wenn du keine Feuerstelle zu Hause hast und auf die Terrasse oder den Balkon ausweichen musst, kannst du den Dutch Oven auch auf dem Grill verwenden. Ein Gasgrill hat den Vorteil, dass du ohne Asche und Qualm kochen kannst. Wichtig ist hierbei, dass du einen Topf ohne Füße wählst. Du kannst den Feuertopf ansonsten direkt oder indirekt aufheizen.
Möchtest du etwas anbraten, brauchst du direkte Hitze. Dafür platzierst du den Dutch Oven am besten auf den Rost, und zwar an die Stelle, die am heißesten ist (direkte Zone). Für Schmorgerichte – beispielsweise Schichtfleisch – stellst du ihn in die indirekte Zone. Lege dann den Deckel auf den Topf und stelle den Gasgrill auf die mittlere oder niedrige Stufe ein. Als Richtwert gilt hier ca. 180 Grad.
Verfügt dein Gasgrill über ein Seitenkochfeld, kannst du ihn auch wie gewohnt als Kochtopf benutzen – vorausgesetzt du brauchst lediglich Hitze von unten.
Feuertopf im Backofen verwenden.
Du kannst deinen Dutch Oven auch wunderbar im Backofen verwenden. Hiermit lassen sich Gerichte wie Eintöpfe, Schmorbraten oder auch ein leckeres (Sauerteig-)Brot herstellen. Verwende dann aber unbedingt einen Gusseisentopf ohne Standfüße. So ist er niedriger und passt besser in den Ofen. Bereite das Gericht vor, setze den Deckel auf und stelle den Dutch Oven in den vorgeheizten Ofen.
Achte außerdem darauf, dass du Ober-/Unterhitze für deine Dutch-Oven-Rezepte nutzt. Idealerweise beträgt die Temperatur für langsames Garen und Schmoren 160 bis 180 Grad Celsius. Wenn du Brot backst, kann du den Ofen auf bis zu 200 Grad hochstellen. In den meisten Rezepten findest du Temperaturempfehlungen, an denen du dich orientieren kannst. Möchtest du am Ende eine knusprige Kruste haben, kannst du den Deckel für die letzten Minuten der Garzeit entfernen.
Dutch Oven auf dem Induktionsherd nutzen.
Du kannst deinen Dutch Oven genauso gut auch auf einem Induktionsherd nutzen – vorausgesetzt, der Topf ist aus ferromagnetischem Material hergestellt. Das ist glücklicherweise bei den meisten Modellen der Fall. In der Regel sind sowohl emaillierte als auch nicht-emaillierte Töpfe geeignet für Induktionsherde. Die Kochfelder nutzen magnetische Felder, um Wärme zu erzeugen. Der Boden des Dutch Ovens sollte unbedingt eben und glatt sein, damit die Wärmeübertragung reibungslos funktioniert.
Töpfe ohne magnetische Oberfläche, wie reine Aluminium-Töpfe, funktionieren nicht auf dem Induktionsherd.
Dutch-Oven-Rezepte: Von Pulled Pork und Schichtfleisch bis Brot.
Du möchtest dein Pulled Pork erst knusprig anbraten und danach butterzart garen oder einen großen Topf Gulasch stundenlang schmoren lassen? Mit dem Dutch Oven kannst du unzählige Gerichte zubereiten – Rezepte mit Fleisch, vegetarische und vegane Gerichte oder Rezepte für Anfänger:innen. Du hast die Wahl!
Dank der einzigartigen Hitzeverteilung ist auch das Brot backen ganz einfach. Sogar süße Backwaren wie Zimtschnecken kannst du im Dutch Oven zubereiten. Für zart gegrillte Spareribs legst du zusätzlich einen kleinen Grillrost in den Topf. Das verhindert, dass die Rippchen direkt auf dem heißen Boden des Topfes liegen und anbacken.
Dutch Oven neu einbrennen.
Vor dem ersten Einsatz deines Feuertopfes kommt das sogenannte Einbrennen. Damit beim Kochen nichts anbrennt oder anhaftet, benötigt dein Schmortopf eine schützende Antihaftbeschichtung – eine Patina. Manche Modelle sind beim Kauf bereits eingebrannt, überprüfe darum vorher die Gebrauchsanweisung. Im Grunde musst du deinen Dutch Oven auch nur einmal richtig einbrennen. Wird die Patina jedoch im Laufe der Zeit beschädigt, solltest du den Vorgang wiederholen.
Dutch Oven einbrennen: Step-by-Step.
- Schmutz und ggf. Rostschutzschicht abwaschen. Wenn nötig, kannst du hier ausnahmsweise auch mit Spülmittel arbeiten. Anschließend gut abtrocken.
- Den Topf und den Deckel von innen und außen gleichmäßig mit Pflanzenöl einstreichen.
- Die Kohlen auf dem Grill oder der Feuerstelle erhitzen oder alternativ den Herd auf ca. 220 Grad vorheizen.
- Den Dutch Oven und den Deckel nebeneinander auf den geschlossenen Grill, Gasgrill oder in den Backofen stellen und ca. 60 Minuten einbrennen. Nach der Hälfte der Zeit vorsichtig umdrehen (Grillhandschuhe nicht vergessen!).
- Beim Einbrennen auf einer Feuerstelle stattdessen den geschlossenen Topf auf die Kohlen stellen und den Deckel oben mit glühenden Kohlen belegen.
- Den Dutch Oven auskühlen lassen. Die eingebrannte Schicht überprüfen. Ist sie gleichmäßig und glatt, brauchst du den Topf nur noch einmal dünn mit Pflanzenöl einreiben und fertig. Ist noch keine durchgehende Schicht entstanden, wiederholst du den Einbrennvorgang.
Dutch Oven kaufen: Darauf solltest du achten.
Beim Kauf eines Dutch Ovens gibt es mehrere Faktoren, die du berücksichtigen solltest, um das für dich passende Modell zu finden. Darum haben wir hier ein paar Kauftipps für dich:
- Größe: Wie viele Personen bekochst du regelmäßig? Welche Gerichte willst du im Dutch Oven zubereiten? Denke daran, dass die Größenangaben je nach Hersteller variieren können.
- Füße oder nicht: Wo willst du mit dem Feuertopf kochen? Diese Frage entscheidet, ob du ein Modell mit oder ohne Füße wählen solltest. Auch ein Untergestell ist eine Option, genauso wie ein Dutch Oven mit Hängeöse, wenn du über offenem Feuer kochst. Du kannst Modelle mit Füßen auch wunderbar als Pfanne oder Backform nutzen.
- Deckel: Der Deckel deines Dutch Ovens sollte einen hohen Rand haben, damit du darauf Briketts oder Kohle platzieren kannst. Damit sorgst du bei der Befeuerung für eine gleichmäßige Wärmeverteilung. Manche Deckel haben eine Thermometeröffnung, mit der du die Gartemperatur überwachen kannst.
- Material: Die meisten Dutch Ovens sind beim Kauf bereits vorgeölt. Das erleichtert das Einbrennen. Ansonsten hast du in Sachen Material freie Wahl – wobei richtige Feuertöpfe in der Regel aus Gusseisen sind.
- Zubehör: Überlege dir, welches Zubehör du brauchst. Vielleicht möchtest du gleich ein ganzes Set mit Deckelheber, Grillhandschuhen und Holzlöffel kaufen? Diese Tools erleichtern die Handhabung des heißen Topfes.
- Preis: Die Kosten für einen Dutch Oven variieren je nach Größe, Ausstattung und Hersteller. In der Regel bezahlst du zwischen 50 und 140 Euro.
Mit diesen Tipps findest du garantiert den Feuertopf, der zu deinen Kochgewohnheiten und Einsatzbereichen passt.
Pflegetipps: So hält dein Dutch Oven ewig.
Der wohl wichtigste Pflegetipp für den Dutch Oven: Hände weg vom Spülmittel! Damit die schützende Patina des Gusseisentopfes nicht durch fettlösende Seife beschädigt wird, solltest du ausschließlich warmes Wasser verwenden. Eine Bürste oder ein Tuch entfernen grobe Essensreste – Metallschwämme oder anderes Metallwerkzeug solltest du hingegen nicht verwenden. Für besonders hartnäckige Anhaftungen bieten einige Hersteller Zubehör wie sogenannte Ringreiniger aus Metall an, welche durch ihre besondere Ringstruktur die Patina nicht angreifen.
Nach dem Reinigen solltest du den Dutch Oven mit einem weichen Tuch gut abtrocknen und anschließend wieder mit etwas Öl einstreichen. Überschüssiges Öl unbedingt mit Küchenkrepp abtupfen, damit dieses nicht während der Lagerung ranzig wird.
Lagere deinen Dutch Oven an einem trockenen Ort und verschließe ihn nicht fest, sondern lasse zur Durchlüftung immer einen Spalt zwischen Deckel und Topf offen.
Verzichte auch darauf, besonders säurehaltige Lebensmittel im Dutch Oven zu kochen, da sie die Beschichtung des Topfes angreifen können und ein erneutes Einbrennen nötig machen.
Gieße niemals kaltes Wasser in einen leeren, aufgeheizten Dutch Oven. Das Material könnte sonst reißen. Lasse ihn vor dem Reinigen also etwas abkühlen.
