Eine Frau hält einen krummen Apfel vor sich.

Food Waste – Unsere Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung.

Im Jahr 2022 landeten in Deutschland circa 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll.¹ Der größte Teil davon lässt sich vermeiden. Wir bei ALDI SÜD wollen dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu verringern. Dazu setzen wir eine Vielzahl von Maßnahmen um – intern, aber auch an den Schnittstellen zu Lieferant:innen, Kund:innen und Kooperationspartner:innen. Zum Beispiel spenden wir Lebensmittel, die zwar nicht mehr verkäuflich, aber noch genießbar sind. Zudem motivieren wir unsere Kund:innen dazu, Lebensmittel zu retten. Erfahre mehr über unsere Ziele und Maßnahmen.

Eine Person ist gerade dabei größere Essensreste von Ihrem Teller in den Mülleimer zu leeren.

Was ist eigentlich Food Waste?

Unter Food Waste verstehen wir Lebensmittel, die im Abfall landen – oft sogar solche, die noch genießbar wären. Das möchten wir ändern. Deshalb haben wir uns im Rahmen des Paktes gegen Lebensmittelverschwendung das klare Ziel gesetzt: Bis 2030 wollen wir unsere Lebensmittelabfälle um 50 % reduzieren – im Vergleich zum Basisjahr 2019. Dazu nutzen wir zum Beispiel Maßnahmen wie  intelligente Bestellsysteme, gezielte Preisreduzierungen und Lebensmittelspenden. Doch Food Waste entsteht nicht nur bei uns in der Filiale, sondern entlang der ganzen Lebensmittelwertschöpfungskette. Deshalb setzen wir auch an den Schnittstellen zu unseren Lieferant:innen und unseren Kund:innen an. So führen wir z.B. Artikel mit kleinen Schönheitsfehlern unter der Eigenmarke Krumme Dinger und schaffen damit eine zusätzliche Absatzmöglichkeit für unsere Lieferant:innen. Hierbei handelt es sich um Lebensmittel, die ansonsten weiterverarbeitet oder im schlimmsten Fall entsorgt worden wären. Unsere Kund:innen informieren wir z.B. mit unserem Claim zur Mindesthaltbarkeit (MHD) auf ausgewählten Verpackungen darüber, dass Lebensmittel oft länger haltbar sind als das MHD angibt.

Warum müssen wir etwas gegen Food Waste tun?

Entsprechend einer Studie der Food and Agriculture Organization of the United Nations aus dem Jahr 2011 landet weltweit etwa ein Drittel aller für den menschlichen Verzehr produzierten Lebensmittel nicht auf dem Teller, sondern in der Tonne. Diese Lebensmittelverschwendung ist nicht nur angesichts des Hungers auf der Welt ein großes Problem. Food Waste schadet auch dem Klima und treibt die Erderwärmung voran. Denn Anbau, Verarbeitung, Verpackung und Transport von Lebensmitteln verbrauchen kostbare Ressourcen, wie Wasser oder Energie. Wenn wir die weltweiten Auswirkungen betrachten, gelangen durch Food Waste rund 4,4 Milliarden Tonnen klimaschädlicher Treibhausgase jährlich in die Atmosphäre.³

Eine Person leert eine große Portion noch essbarer Reste von Brokkoli in den Mülleimer.

Food Waste reduzieren: Ziele und Meilensteine.

Eine Grafik, in der eine Hand eine Karotte und ein Stück Käse hält.

Über 98%

unserer Filialen spenden Lebensmittel z.B. an die Tafeln oder foodsharing.

Eine Grafik von einer Mülltonne, die randvoll mit Lebensmitteln befüllt ist.

Bis 2025: -30 %⁴

weniger weggeworfene Lebensmittel im Vergleich zum Basisjahr 2019.

Eine Grafik von einer Mülltonne, die etwas weniger mit Lebensmitteln befüllt ist.

Bis 2030: -50 %⁴

weniger weggeworfene Lebensmittel im Vergleich zum Basisjahr 2019.

Mehr Informationen zur Umsetzung der Ziele findest du im Kapitel “Pakt gegen Lebensmittelverschwendung: Wir sind dabei”, weiter unten auf dieser Seite. Weitere Ddetaillierte Informationen zum Thema veranschaulicht dir unser Factsheet.

Food Waste Politik

Mehr Informationen zu unseren Maßnahmen und Zielen zur Reduzierung von Food Waste in unserer Food Waste Politik.

Aufdruck zum Thema Haltbarkeit.

Testen statt wegwerfen: Ist das noch gut?

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden im Jahr 2022 in deutschen Privathaushalten 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Person weggeworfen.¹ Viele Lebensmittel landen im Müll, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist oder kurz vor dem Ablauf steht. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Verfallsdatum. Der Unterschied zwischen Verbrauchsdatum (VD) und Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) liegt darin, dass das Verbrauchsdatum angibt, bis wann ein Lebensmittel sicher verzehrt werden kann, während das Mindesthaltbarkeitsdatum zeigt, wie lange ein Produkt mindestens seine spezifischen Eigenschaften wie Konsistenz oder Farbe behält. Daher sind viele Produkte auch nach Überschreiten des Mindesthaltbarkeitsdatums noch einwandfrei genießbar. Um auf das Thema Lebensmittelverschwendung aufmerksam zu machen und Food Waste zu reduzieren, hat ALDI SÜD bereits 2018 als erster Lebensmittelhändler in Deutschland flächendeckend den Hinweis „Oft länger haltbar“ auf ausgewählten Produktverpackungen – etwa Milch oder Joghurt – eingeführt.

Eine Info-Grafik in der eine Frau vor einer Mülltonne steht, in der viel gute Lebensmittel liegen.

In Deutschland landeten im Jahr 2022 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das entspricht der Ladung von ungefähr 432.000 LKWs. Food Waste entsteht entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette – von der Produktion über den Handel bis hin zu den privaten Haushalten. Abfälle vor oder während der Ernte wurden nicht erfasst, da noch nicht geerntete, essbare Pflanzen rechtlich nicht als Lebensmittel definiert werden. Laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH)¹ fällt der größte Teil der Lebensmittelabfälle mit 58 % (6,3 Millionen Tonnen) in Privathaushalten an. 18 % (2 Millionen Tonnen) verursacht die Außer-Haus-Verpflegung, 15 % (1,6 Millionen Tonnen) entstehen bei der Verarbeitung und 7 % (0,8 Millionen Tonnen) entfallen auf den Handel.

Wie entsteht Food Waste eigentlich?

In Produktion, Handel und Gastronomie:

  • Aussehen, Norm-Vorschriften oder Produktqualität
  • Fehler bei der Ernte, Produktion, Verpackung, Transport oder Lagerung  
  • Falsche Kalkulation und zu große Portionen in Restaurants
  • Essbare Bestandteile werden nicht mit verwertet
  • Hohe, unvorhergesehene Ernteerträge und Überangebot eines Lebensmittels

In Privathaushalten:

  • Zu große Portionen
  • Fehlender Überblick bei Lebensmittelvorräten
  • Unüberlegte, spontane Einkäufe in hungrigem Zustand
  • Fehler bei der Lebensmittellagerung
  • Überschätzung des Haltbarkeitsdatums
Bio-Abfalleimer mit älterem Obst und Gemüse.

Was sind die drei am häufigsten weggeworfenen Lebensmittel?

Laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) entfällt gut ein Drittel – ca. 35 % – der vermeidbaren Lebensmittelabfälle auf frisches Obst und Gemüse. Vermeidbare Lebensmittelabfälle sind Abfälle, die z.B. durch eine bessere Planung hätten vermieden werden können. Etwa 13 % des Food Waste in privaten Haushalten machen Brot und Backwaren aus, gefolgt von Getränken (ca. 12 %) und Milchprodukten (ca. 9 %).² Wir bei ALDI SÜD haben Tipps & Tricks für dich, wie du Food Waste vermeidest, indem du Obst und Gemüse richtig lagerst, einkochst und einmachst oder Reste verwertest.

So vermeiden wir Food Waste bei ALDI SÜD: Beispiele.

Gezielte Planung.

Wir planen sorgfältig und nutzen ein intelligentes Bestellsystem, das automatisch die benötigte Ware erfasst. So stellen wir sicher, dass Lebensmittel frisch und am täglichen Bedarf orientiert verfügbar sind.

Möglichst kurze Transportwege.

Eine ausgefeilte Logistik mit möglichst kurzen Transportwegen sowie eine optimierte Kühlkette verhindern Food Waste. Wir beliefern unsere Filialen täglich frisch mit Obst und Gemüse. Dabei bieten wir auch regionale Erzeugnisse an. Du erkennst Sie an der Kennzeichnung mit dem Regionalfenster.

Preisanreize schaffen.

Waren, die kurz vor dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen, bieten wir zu reduzierten Preisen an. Dies kennzeichnen wir z.B. mit einem „-30 %“-Etikett.

Abnahme eines Großteils der Ernte.

Wir unterstützen unsere Lieferant:innen, indem wir verschiedene Maßnahmen durchführen, um einen Großteil der Ernte abzunehmen. Dazu arbeiten wir z.B. an ganzheitlichen Abnahmekonzepten mit unseren Obst- und Gemüse-Lieferant:innen und passen unsere Produktanforderungen flexibel an die Marktsituation an (z.B. Schlechtwetterereignisse).

Das Logo der bundesweiten Strategie Zu gut für die Tonne.

Pakt gegen Lebensmittelverschwendung: Wir sind dabei.

ALDI SÜD hat sich 2023 dem vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat initiierten Pakt gegen Lebensmittelverschwendung angeschlossen und verpflichtet sich zur Einhaltung von 5 Pflichtzielen:

  1. Verringerung der Lebensmittelabfälle  um 30 % bis 2025 und 50 % bis 2030. (ALDI SÜD hat für diese Maßnahme das Basisjahr 2019 gewählt.)
  2. Weiterer Ausbau von Lebensmittelspenden, z.B. müssen mind. 90 % der Filialen eine Kooperation zur Weitergabe nicht mehr verkaufsfähiger, aber noch verzehrfähiger Lebensmittel führen.
  3. Entsprechend der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes soll nach folgendem Prinzip gehandelt werden:  
    1. Gebrauchstauglichkeit von Lebensmitteln so weit wie möglich erhalten
    2. Unverkaufte (verzehrfähige) Lebensmittel nicht durch aktives Handeln für den Verzehr unbrauchbar machen
    3. Nicht verzehrfähige Lebensmittel einem möglichst hochwertigen Verwendungszweck zuführen (z.B. Tierfutter)
    4. Verantwortungsvoller Umgang mit Retouren innerhalb der Lebensmittelversorgungskette, z.B. die unentgeltliche Abgabe retournierter, verzehrfähiger Lebensmittel durch Lieferant:innen an wohltätige Organisationen nicht zu untersagen
    5. Schulung des für den mit Warenumgang relevanten Personals in den Filialen zu den gesetzlich vorgegebenen und intern üblichen Prozessen z.B. zum Qualitätsmanagement oder der Optimierung der Haltbarkeit

ALDI SÜD wird mindestens acht Wahlpflichtmaßnahmen pro Kalenderjahr im eigenen Verantwortungsbereich bzw. an den Schnittstellen zu Lieferant:innen, Kund:innen und Spendenpartner:innen umsetzen.

Hier eine Auswahl der Maßnahmen, die wir bereits umsetzen:

  • Über 99 % unserer Filialen spenden Lebensmittel z.B. an die Tafel oder foodsharing.
  • Krumme Dinger: Lebensmittel mit kleinen Schönheitsfehlern (z.B. Obst und Gemüse) werden bei uns unter der Eigenmarke KRUMME DINGER verkauft. Damit wird eine zusätzliche Absatzmöglichkeit für unsere Lieferant:innen geschaffen und wir tragen dazu bei, einen Großteil der Ernte abzunehmen. Diese Lebensmittel wären sonst verarbeitet oder im schlimmsten Fall vernichtet worden.
  • ALDI SÜD reduziert Artikel kurz vor Ablauf der Haltbarkeit. Dies wird z.B. mit einem „- 30 %“-Etikett gekennzeichnet.

Im Rahmen des Paktes gegen Lebensmittelverschwendung hat sich ALDI SÜD dazu verpflichtet, den jährlichen Fortschritt über ein Formblatt zu melden. Das Formblatt des letzten Berichtsjahres sowie der vorangegangenen Berichtsjahre finden sich hier.  

Um das Ziel des Pakts gegen Lebensmittelverschwendung zu erreichen, die Lebensmittelabfälle bis 2030 um 50 % zu reduzieren, hat ALDI SÜD einen Umsetzungsplan erarbeitet. Dieser kann hier eingesehen werden: Umsetzungsplan.

Der Umsetzungsplan beschreibt die Zwischenziele und Maßnahmen, mit denen die Lebensmittelabfälle in den ALDI SÜD Filialen und Logistikzentren bis 2030 halbiert werden sollen.

Im Rahmen des externen ALDI SÜD EMAS-Audits wurde der Umsetzungsplan am 02.07.2026 auf seine Plausibilität geprüft. Das entsprechende Bestätigungsschreiben ist hier verfügbar.

Die Umsetzung der im Plan definierten Maßnahmen sowie der Fortschritt bei der Zielerreichung werden jährlich durch eine externe Prüfung bewertet.

Nahaufnahme einer Kiste mit geretteten Obst und Gemüse.
Menschen packen in einer sozialen Einrichtung, Lebensmittel wie zum Beispiel Äpfel, in Papiertüren.

Lebensmittel spenden – verlässlich und effektiv.

Die Zusammenarbeit mit regionalen und überregionalen Organisationen, denen wir Lebensmittel spenden, ist für uns bei ALDI SÜD eine Erfolgsgeschichte. Wir arbeiten langfristig und eng mit unseren Partnerorganisationen wie z.B. der Tafel zusammen, um Kontinuität und Verlässlichkeit zu gewährleisten. Dass unsere Lebensmittelspenden so effektiv verwendet werden, ist auch den zehntausenden ehrenamtlichen Helfer:innen zu verdanken, die in gemeinnützigen Einrichtungen und Organisationen tätig sind. In Deutschland wurden alleine im Jahr 2025 durch das Engagement von 970 Tafeln um die 265.000 Tonnen einwandfreie Lebensmittel an etwa 1,5 Millionen armutsbetroffene Menschen weitergegeben.⁵

Lebensmittel spenden – welche Lebensmittel?

Die Helfer:innen der Spendenorganisation holen unsere Spenden direkt aus unseren ALDI SÜD-Filialen ab – teilweise täglich. Unsere Mitarbeiter:innen packen dafür Kisten mit vielfältigem Inhalt: z. B. Obst, Gemüse, Brot oder Cerealien. Alle Lebensmittel sind ohne Einschränkung zum Verzehr geeignet. Die Lebensmittel, die wir spenden, haben lediglich kleine Schönheitsfehler, wie Druckstellen oder ein überschrittenes Mindesthaltbarkeitsdatum, und werden deshalb aussortiert. In den lokalen Ausgabestellen werden einwandfreie Nahrungsmittel dann an armutsbetroffene Menschen verteilt. In 2025 haben wir die flächendeckende Möglichkeit zur Spende unverpackter Backwaren geschaffen.

Lebensmittel spenden – vorrangig an Bedürftige.

In Deutschland landeten im Jahr 2022 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll – eine traurige Bilanz, wenn du bedenkst, dass 13,3 Millionen Menschen hierzulande an oder unterhalb der Armutsgrenze leben.¹,⁶ Die wohltätigen Partnerorganisationen sprechen genau diese Menschen an und versorgen sie mit Nahrungsmitteln, die für sie sonst schwer erschwinglich wären. Daher arbeiten wir zum allergrößten Teil mit ehrenamtlichen Organisationen zusammen, die armutsbetroffene Menschen in den Fokus nehmen.

Lebensmittel spenden – foodsharing.

Besonders interessiert sind wir auch an innovativen Projekten gegen Food Waste. Daher unterstützen wir die Initiative foodsharing. Unsere Lebensmittelspenden verteilt die Non-Profit-Organisation an Vereine, Tafeln, Suppenküchen und Einzelpersonen. Dazu betreibt foodsharing ein Netzwerk und Fairteiler zur Weitergabe von Lebensmitteln. Über das foodsharing Netzwerk werden Lebensmittel über digitale Wege verteilt, bei den Fairteilern handelt es sich um öffentliche Regale bzw. Kühlschränke zur Weitergabe von Lebensmitteln.

Eine doppelt gewachsene Karotte in der Hand von einem Mann.

Wir verkaufen auch Lebensmittel mit Schönheitsfehlern. Warum?

Krumme Dinger entdecken
Ein Mülleimer ist stark befüllt mit noch essbarem Obst und Gemüse.

So bewahrst du noch genießbare Lebensmittel vor dem Mülleimer.

Lebensmittel retten

Fußnoten

¹ Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft | Studie Lebensmittelabfälle Deutschland

² Quelle: https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/gfk-studie.html

³ Quelle: https://www.fao.org/fileadmin/templates/nr/sustainability_pathways/docs/FWF_and_climate_change.pdf

⁴ Die Reduktionsziele beziehen sich auf ALDI SÜD selbst, d.h. auf Aktivitäten und Prozesse innerhalb der Händler-Filialen und der unternehmensinternen  Lieferkette. Basisjahr ist 2019.

⁵ Quelle: TD_Faktenblatt.pdf

⁶ Quelle: Einkommen und Lebensbedingungen, Armutsgefährdung - Statistisches Bundesamt