Fleisch marinieren – so einfach geht`s.
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Sommer, Sonne, Grillzeit: Und auf dem Grill brutzelt ein würzig mariniertes Stück Fleisch. Mit der richtigen Kombination aus Gewürzen, Ölen und Kräutern sowie und der optimalen Einwirkzeit wird dein Grillfleisch saftig, zart und aromatisch. Ob große Steaks oder kleine Happen, Geflügel, Lamm oder Schweinefleisch – erfahre, wie du mit einer selbst gemachten Marinade den perfekten Grill-Geschmack hervorzauberst. Denn das Marinieren von Fleisch ist ganz einfach.
Was ist marinieren überhaupt?
Beim Marinieren legt man – in der Regel rohe – Lebensmittel in eine würzige Flüssigkeit ein: um ihren Geschmack zu verbessern und sie zarter zu machen. So kannst du u. a. Grillfleisch noch schmackhafter und aromatischer zubereiten. Du kannst aber auch z. B. Fleisch, Fisch oder Gemüse marinieren.
Übrigens gibt es auch Rezepte für trockene Marinaden – dazu später mehr.
Grillfleisch marinieren: Das gehört in die Marinade.
Eine Marinade besteht aus verschiedenen Zutaten. Entdecke dabei einfach das Baukasten-Prinzip! Egal ob du dich bei deiner Marinade für eine aromatische Kräutermarinade, eine eher asiatische oder eine mediterrane Rezeptur entscheidest – Fleisch marinieren ist ganz einfach. Rezepte für eine Grillmarinade bestehen dabei typischerweise aus diesen Komponenten:
Komponente | Zutaten | Aufgabe |
|---|---|---|
| Säure | z.B. Zitronensaft, Essig, Wein, Senf oder Buttermilch | Bricht die Struktur vom Fleisch auf und macht es zarter |
| Öl | z.B. Sonnenblumen-, Raps-, Erdnuss-oder Olivenöl | Träger der Aromen, hält die Marinade am Fleisch, verhindert das Anhaften auf dem Rost |
| Gewürze/Kräuter | z.B. Thymian, Rosmarin, Chili, Ingwer, Zimt, Curry, Paprika oder Koriander | Aromatisiert das Fleisch und gibt der Marinade eine besondere Note |
| Salz | z.B. Salz, Sojasauce, Worcestershire-Sauce | Gibt Würze und lockert die Fleischfasern |
| Süßungsmittel | z.B. Honig, Ahornsirup, Zucker oder Agavendicksaft | Sorgt für Balance und tolle Karamellaromen beim Grillen. |
Marinaden für verschiedene Fleischsorten.
Natürlich kannst du beim Marinieren von Grillfleisch ganz nach deinen persönlichen Vorlieben vorgehen und mit verschiedenen Aromen und Gewürzen experimentieren oder dir deine eigene Kräutermarinade zusammenstellen. Weil aber jede Fleischsorte einen Eigengeschmack und eine individuelle Textur hat, geben wir dir ein paar Inspirationen für einfache Marinaden-Rezepte.
Geflügel: Eine klassische Grillmarinade für Hähnchen und Pute kann aus Zitronensaft, Olivenöl, Knoblauch, Paprika, Thymian und Salz bestehen. Die Zitrusnote bringt frisches und sommerliches Aroma ins Rezept und passt zu zartem Hähnchenfleisch.
Rind: Rindfleisch hat einen kräftigen Geschmack. Es passt daher gut zu süßen und herzhaften Gerichten. Probiere für Rindfleisch zum Beispiel einen Mix aus Sojasauce, Worcestershire-Sauce, Knoblauch, Ingwer und Honig.
Schwein: Mische Bier (am besten malzbetont wie Schwarzbier oder Stout), Senf, Zwiebeln, Knoblauch, braunen Zucker und Gewürze wie Paprika und Pfeffer. Die Zwiebeln und der Zucker verleihen diesem Marinade-Rezept einen süßlichen Geschmack und das Bier spendet eine malzige Note, die bestens mit Schweinefleisch harmoniert.
Lamm: Eine schöne Grillmarinade für Lamm besteht zum Beispiel aus Olivenöl, Zitronensaft, Rosmarin, Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprika. Dieser mediterrane Aromen-Mix passt gut zum reichhaltigen Geschmack des Lammfleischs.
Natürlich gibt es noch zahlreiche andere Rezepte für das Marinieren von Fleisch: so kannst du bestimmte Marinaden z. B. mit Mayonnaise, Joghurt oder Buttermilch zubereiten. Mariniere das Fleisch ganz nach deinem Geschmack – und schau mal, welche Gewürze und Kräuter du vielleicht ohnehin schon zuhause hast. Auch die Menge der Marinade kannst du nach deinen Vorlieben abstimmen.
Asiatisch Fleisch marinieren.
Marinaden kommen auch in der asiatischen Küche zum Einsatz. Willst du Fleisch auf asiatische Art marinieren, hast du verschiedene Optionen.
Fleisch kannst du z. B. mit Sojasauce oder auch Thai Curry marinieren. Bei der Zubereitung werden neben Salz und Knoblauch auch Gewürze und Kräuter wie Koriander, Ingwer und Zitronengras genutzt. Oder auch Sesamöl und Honig.
Bei der Zubereitung von indischen Gerichten wie Tandoori verwendet man zudem Joghurt. Und in der chinesischen Küche finden auch Hoisinsauce, Reisessig und Pfeffer Verwendung.
Wie lange muss man Fleisch marinieren?
Kurz ziehen lassen oder über Nacht im Kühlschrank einlegen? Wie lange du dein Grillgut marinieren solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der Fleischsorte und der Geschmacksintensität, die du erreichen möchtest. Bei dicken Bratenstücken wie Rinderfilet oder Schweinebraten empfiehlt es sich, das Fleisch für mindestens 4 bis 24 Stunden zu marinieren. Dünnere Fleischstücke wie Steaks oder Schnitzel benötigen dagegen nur etwa 30 Minuten bis zu 2 Stunden, um den gewünschten Geschmack zu entwickeln. Bei Geflügel solltest du die Marinade für mindestens 1 bis 4 Stunden einwirken lassen.
Da Marinaden mit Säure wie Zitronensaft oder Essig die Textur des Fleisches beeinflussen, kannst du diese bewusst als Zartmacher einsetzen. Aber auch Natron, Joghurt und Buttermilch sorgen dafür, dass dein Fleisch nach dem Marinieren zarter ist. Ein anderes Wundermittel kommt aus dem Obstregal: So enthält etwa die Papaya ein eiweißspaltendes Enzym, dass das Fleisch zarter macht. Einfach das rohe Fleisch mit ein paar Scheiben Papaya belegen oder in Papayasaft einlegen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
Tipp: Damit die Marinade besonders gut ins Fleisch einzieht, kannst du es nach dem Marinieren in einen Gefrierbeutel packen: Danach die Luft aus dem Beutel herausdrücken und ab damit in den Kühlschrank. So kommt das ganze Fleisch mit der Marinade in Berührung. Das Kühlen ist dabei auch ein wichtiger Faktor – also nicht vergessen. Zumal das Fleisch auch eine Weile braucht, um die Marinade aufzunehmen.
Lagere das Fleisch aus hygienischen und gesundheitlichen Gründen auf keinen Fall zu lange bei Zimmertemperatur: Denn ansonsten können sich schnell Bakterien bilden.
Schon gewusst? Verschließt du dein Fleisch nach dem Marinieren unter Vakuum, kannst du den Marinierprozess beschleunigen: Denn durch den Unterdruck kann der Geschmack tiefer ins Fleisch eindringen.
Marinaden-Rezepte zum Grillen von ALDI SÜD.
Gut zu wissen: 5 Tipps zum Marinieren von Fleisch.
- Gut durchmischen: Rühre deine Marinade immer gut durch. So sorgst du für eine gleichmäßige Verteilung des Geschmacks. Drehe das Fleisch beim Marinieren auch gelegentlich um, damit es von allen Seiten mit Marinade benetzt ist.
- Das Fleisch vorbereiten: Entferne vor dem Marinieren überschüssiges Fett und Sehnen. Durch leichtes Einritzen der Oberfläche kann die Marinade noch besser eindringen. Auch das „Impfen“ von Fleisch mit einer Marinade-Spritze wird immer beliebter.
- Richtig lagern: Bewahre das Fleisch zum Marinieren in einem luftdichten Behälter oder einer abgedeckten Schüssel im Kühlschrank auf, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten.
- Marinade nicht wiederverwenden: Da sie mit rohem Fleisch in Berührung gekommen ist, solltest du übrig gebliebene Marinade niemals noch einmal verwenden oder als Sauce zum Dippen servieren. Bereite stattdessen lieber eine separate Portion vor.
- Das richtige Öl: Raffinierte Öle mit hohem Rauchpunkt wie Rapsöl, Distelöl oder Sesamöl sind ideal, da sie auch bei hohen Temperaturen stabil bleiben und beim Grillen nicht verbrennen oder rauchen.
Rub oder Marinade? Das ist der Unterschied.
Unter Grillprofis sind sogenannte Rubs schon lange beliebt, um Grillfleisch Würze zu verleihen. Doch was unterscheidet sie von einer Marinade? Marinaden verwenden in der Regel flüssige Zutaten wie Essig, Sojasauce oder Säfte, um das Fleisch zu durchdringen. Ein Rub hingegen ist eine trockene Mischung aus Gewürzen, Kräutern, Salz und Zucker, die ohne Öl aufgetragen wird. Die Mischung wird großzügig auf das Fleisch gerieben und sanft eingedrückt, um die Aromen einzubringen. Im Gegensatz zur Grillmarinade bildet der Rub eine würzige Kruste auf der Oberfläche des Fleisches beim Braten, Grillen oder Räuchern. Rubs sind also ideal, um eine aromatische und knusprige Textur zu erzeugen. Die wohl bekannteste Gewürzmischung dieser Art ist Magic Dust. Sie besteht aus Paprikapulver, Salz, braunem Zucker, Chili, Kreuzkümmel, Knoblauchgranulat, Senfpulver, Pfeffer und Cayennepfeffer.
Ein Tipp: Aus einem Rub kannst du im Handumdrehen auch eine Marinade mixen. Einfach die Gewürzmischung mit Öl und einer säuerlichen Komponente glattrühren. Und fertig ist die perfekte Grillmarinade.
Unterschiede beim Marinieren von Fleisch und Fisch.
Beim Marinieren von Fleisch und Fisch gibt es ein paar Unterschiede. Denn Fisch wird schneller zarter bzw. weicher. Deshalb sollte man Fisch deutlich kürzer marinieren als Fleisch – bei dünnen Filetstücken. Meist reicht es schon völlig Fisch für 30 Minuten bis maximal eine Stunde zu marinieren.
Lachs grillen: Lachs kannst du beispielsweise wunderbar in einer Marinade aus Senf, Honig und Zwiebel einlegen. Aber auch einfache Rezepte aus Zutaten wie Öl, Zitrone und Oregano passen gut zu diesem Fisch.
