Backofen-Symbole im Überblick.
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Backöfen haben eigentlich einen neuen Namen verdient, denn Backen ist nur eine ihrer vielen Disziplinen. Sie sind wahre Multifunktionsgeräte: Moderne Geräte können grillen, garen, braten und sich sogar selbst reinigen. Und jede Funktion hat auf dem Backofen ihr eigenes Symbol. Da kann man leicht den Überblick verliere. Wir erklären dir, was die gängigsten Backofen-Symbole bedeuten und wie du ihre Funktionen richtig nutzt.
Was bedeuten die verschiedenen Backofen-Symbole?
Je moderner der Backofen, desto vielfältiger sind auch seine Funktionen: Umluft, Heißluft, Pyrolyse (Selbstreinigung) oder Dampfgarfunktion – kennst du alle Zeichen und weißt, was sie bedeuten? Wir zeigen dir die gängigsten Backofen-Symbole und erklären dir, was genau sie aussagen. Du wirst sehen, schon bald bist du mit diesem Wissen ein echter Küchenprofi!
Die wichtigsten Backofen-Symbole im Überblick:
- Umluft: Das gängige Symbol für Umluft ist ein Ventilator.
- Ober-/Unterhitze: Diese Funktion wird durch zwei waagerechte Striche oben und unten gekennzeichnet.
- Oberhitze: Ist durch einen einzelnen Strich oben erkennbar.
- Unterhitze: Ist durch einen einzelnen Strich unten erkennbar.
- Heißluft: Das Symbol für Heißluft ist ein eingekreister Ventilator.
- Grill: Das Symbol für die Grillfunktion ist eine gezackte Linie (meist oben).
- Dampfgaren: Die Dampfgar-Funktion wird mit Wolken dargestellt.
- Auftauen: Das Symbol setzt sich meist aus einem Stern und einem Wassertropfen zusammen.
- Das Zeichen für Pyrolyse wird oft als kleiner werdende Winkel oder auch Kreise dargestellt.
- Licht: Die Glühbirne steht für Licht im Backofen.
- Warmhaltefunktion: Sie ist meist durch eine oder mehrere senkrechte Wellen ausgezeichnet.
Je nach Modell gibt es gerade bei moderneren Backöfen auch Spezialfunktionen. Dazu zählt zum Beispiel der Umluftgrill: Das Symbol zeigt einen Ventilator mit einer gezackten Linie darüber. Beim Umluftgrillen soll das Essen während des Überbackens vor dem Verbrennen geschützt werden.
Wenn du unsicher bist, welche Bedeutung die Symbole an deinem Backofen haben, schau am besten in die Bedienungsanleitung deines Ofens.
Lieber Umluft oder Ober- und Unterhitze?
Bei Rezepten liest man oft, dass man zum Backen entweder Umluft oder Ober- und Unterhitze benutzen soll. Wer die Wahl hat, hat die Qual – welche Funktion ist die richtige?
Die Ober- und Unterhitzefunktion ist die gängigste unter den Backöfen. Viele Öfen haben zusätzlich noch eine Umluftfunktion. Aber was ist der Unterschied? Bei Umluft wird die Hitze mit einem Ventilator im Backofen verteilt. Das führt zu einem gleichmäßigen Backergebnis: perfekt für Gebäck, Brot, Brötchen oder Pizza. Einige Öfen haben sogar einen integrierten Pizza-Modus. Das Symbol dafür ist ein Ventilator mit einem waagerechten Strich darunter. Neben Umluft kommt hier die Hitze zusätzlich von unten. So werden Pizza oder Flammkuchen schön kross und verbrennen oben nicht.
Der schnelle und heiße Luftstrom kann Speisen aber auch schnell austrocknen lassen. Deshalb sind Biskuitteig, Muffins und zarte Fleisch- oder Fischgerichte eher nicht für die Umluft-Funktion geeignet. Bonuspunkt für Umluft: Man kann mehrere Bleche gleichzeitig backen – ideal also für Weihnachtsplätzchen oder wenn du für viele Leute Pizza servieren möchtest.
Speisen, die von oben und unten eine gleichmäßige Hitzezufuhr benötigen, wie zum Beispiel Braten, Kuchen oder Aufläufe, bereitest du am besten mit Ober- und Unterhitze zu. Die konstante Wärme gewährleistet eine gleichmäßige Garung. Durch die Hitzezufuhr von oben kannst du zum Beispiel Gratins oder Obstkuchen vom Blech eine schöne Bräune und Knusperschicht verleihen.
Nicht alle Rezepten sind ausschließlich für nur eine Funktion vorgesehen. Oft findest du bei Rezepten beide Möglichkeiten. Pizza, Obstkuchen oder Aufläufe kannst du mit Umluft sowie mit Ober- und Unterhitze zubereiten. Denk aber daran, die Temperatur entsprechend anzupassen: Stelle bei Umluft etwa 20 °C weniger ein, wenn Ober- und Unterhitze angegeben ist.
Grillen im Backofen – eine praktische Alternative.
Draußen regnet es in Strömen und das Grillen muss heute ausfallen? Nicht, wenn dein Backofen ein Grillsymbol hat. Du erkennst es an der gezackten waagerechten Linie. Ob Hähnchen, Chicken-Wings, Rindersteak oder Schweinerippchen – knusprig und gar bekommst du dein Grillgut auch im Backofen. Wie das funktioniert? Mittels einer Heizspirale wird die Hitze direkt an das Grillgut abgegeben. So kann es gar und knusprig werden. Die Backofenfunktion unterscheidet sich vom regulären Grillen in einem Punkt: Während beim echten Grill die Hitze von unten kommt, glühen die Heizstäbe im Ofen von oben. Du musst hier also besonders aufpassen, dass deine Speisen nicht von oben verbrennen.
Gemüse grillen: Bunte Vielfalt aus dem Backofen.
Natürlich kannst du nicht nur Fleisch im Backofen grillen. Auch Gemüse hast du schnell auf dem Backblech verteilt und zubereitet. Mariniere es vor dem Garen nach deinem Geschmack mit etwas Öl und frischen oder getrockneten Kräutern. Verteile es dann gleichmäßig auf dem mit Backpapier ausgelegten Backblech und schiebe es auf der mittleren Schiene in den Ofen. Jetzt kannst du das Gemüse entweder mit der Grillfunktion oder auch mit Ober-/Unterhitze garen – einfach lecker, zu jeder Jahreszeit!
Dampfgaren im Backofen: Speisen schonend zubereiten.
Das Dampfgaren bei Niedrigtemperaturen ist eine tolle Möglichkeit, Speisen schonend zuzubereiten. Slow Cooking funktioniert im Kochtopf, aber auch genauso gut im Ofen. Das Backofen-Symbol dafür ist meistens eine Wolke. Aber wie funktioniert das Dampfgaren im Ofen? Dafür wird in einem externen Behälter oder in einer Mulde am Boden etwas Wasser erhitzt. Es bildet sich Dampf, der sich im Ofen verteilt. Die gleichmäßige Wärmezufuhr verhindert, dass zum Beispiel Brot und Kuchen schnell trocken werden. Außerdem bleiben Vitamine und Mineralstoffe zum großen Teil in den Lebensmitteln erhalten. Zum Dampfgaren eignet sich auch alles, was nicht überbacken oder kross werden soll, zum Beispiel Fleisch, Fisch oder Beilagen wie Möhren oder Kartoffeln.
Richtig Backen und Energie sparen – unsere Tipps.
Wer seinen Backofen richtig einsetzt, kann nicht nur leckere Rezepte zaubern, sondern auch Energie sparen. Das sind unsere Tipps:
- Verzichte aufs Vorheizen. Damit kannst du laut Verbraucherzentrale bis zu 20 % Energie sparen. Die meisten Kuchen, Aufläufe und Tiefkühlgerichte gelingen auch ohne Vorheizen.
- Wähle möglichst die Umluftfunktion deines Ofens und gare damit bei niedrigereren Temperaturen als bei Ober- und Unterhitze.
- Nutze die Restwärme des Ofens nach dem Ausschalten. Ab einer Backdauer von 40 Minuten kannst du die letzten 10 Minuten auch bei ausgeschaltetem, geschlossenem Ofen zu Ende backen.
- Verzichte darauf, die Ofentür während des Backens häufig zu öffnen. Es geht wertvolle Wärme verloren und der Ofen muss erneut aufheizen.
- Nutze, wenn möglich, lieber die Mikrowelle oder den Toaster, um Lebensmittel aufzuwärmen oder aufzubacken. Brötchen und Brot vom Vortag werden auch auf dem Toaster mit Brötchenaufsatz wieder knusprig.
Pyrolyse - praktische Funktion mit hohem Energieverbrauch.
Moderne Backöfen reinigen sich von selbst – ohne Reinigungsmittel, nur durch Hitze. Das Pyrolyse-Programm macht’s möglich. Bei Temperaturen von bis zu 500 °C werden Brat-, Back- und Grillrückstände einfach verbrannt. Übrig bleibt ein kleiner Rest Asche. Pyrolyse ist sehr effizient, aber auch mit hohem Energieverbrauch verbunden. Für die Selbstreinigung benötigt der Ofen bis zu drei Stunden. Bei konstant hohen Temperaturen verbraucht das also sehr viel Energie. Du kannst deinen Backofen aber auch genauso effektiv mit Hausmitteln reinigen. Nur bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen ist die Pyrolyse eine gute Alternative.
