Welches Weinglas für welchen Wein?

Verschiedene Weingläser gefüllt mit Wein stehen auf einem Tisch.

Lesezeit: 7 Minuten

Für großen Weingenuss ist nicht nur der Wein, sondern auch die Auswahl des passenden Glases entscheidend. Rotweine entfalten sich besser in großen Kelchen, während der Geschmack von Weißweinen in kleineren Gläsern besser zur Geltung kommt. Welches Weinglas du für welchen Wein nutzt, ist dabei keine komplizierte Wissenschaft – wenn du ein paar einfache Regeln befolgst.

Warum überhaupt unterschiedliche Weingläser wählen?

Das richtige Weinglas beeinflusst maßgeblich die Entfaltung der Aromen und bestimmt den Gesamteindruck des Weins – es bestimmt, wie wir den Wein wahrnehmen und schmecken. Das Weinglas beeinflusst, wie wir die Balance von Säure, Restsüße und Alkohol empfinden und hilft dabei das Zusammenspiel optimal zum Ausdruck zu bringen. Ein gut gewähltes Glas bringt nicht nur die Struktur des Weins zur Geltung, sondern hebt idealerweise auch seinen individuellen Charakter hervor.

Kelchform des Glases beeinflusst Aromen.

Ein Glas in Kelchform beeinflusst, wie intensiv sich die Aromen des Weins entfalten können. Der ideale Kelch ist dabei nach oben verjüngt – denn die Aromen sollen sich zur Nase hin bündeln und nicht verfliegen. Ein breiter Kelch bietet eine größere Oberfläche für den Wein, was bedeutet, dass mehr Sauerstoff an den Wein gelangen kann. Das wiederum sorgt dafür, dass sich delikate und aromatische Weine besser entfalten können. Ein enger Kelch hingegen reduziert den Luftkontakt und damit die Entfaltung der Aromen. Gläser mit dieser Form eignen sich besonders gut für würzige und kräftige Weine. Ob ein Glas mit oder ohne Stiel verwendet wird, hat allerdings keinen direkten Einfluss auf Aroma und Geschmack – wirkt sich aber auf Handhabung und Temperaturentwicklung aus.

Rotwein wird in ein Weinglas geschenkt.

Welches Weinglas für Rotwein?

Es hängt von der Rotweinsorte und vom Alter des Weines ab, welches Weinglas du am besten für Rotwein wählst. Grundsätzlich kommt ein schöner „Roter“ mit typischen Anklängen von dunklen Kirschen, Himbeeren und Zedernholz in einem großen Weinglas besonders gut zur Geltung.

Ältere, reichhaltige Rotweine, die einen hohen Tanningehalt haben, entfalten in Verbindung mit Sauerstoff erst ihren vollen Geschmack. Bauchige Rotweinkelche oder Bordeauxgläser sind für diese Weine gut geeignet, da sie den Wein atmen lassen. Um den Effekt zu verstärken, kannst du den Wein sanft im Glas „kreisen“ lassen. Generell gilt: Je voller das Aroma eines Rotweins, desto größer sollte der Durchmesser des Glases sein.

Welche Gläser für Weißwein und Roséwein wählen?

Weißweine passen gut zu kleineren Kelchen, da sie kalt getrunken werden und sich im großen Glas zu schnell erwärmen würden. In schmaleren Weingläsern kommen ihre Aromen besser zum Ausdruck und die zarte Säure wird betont. Neben dem Kelchumfang ist außerdem ein ausreichend langer Stiel wichtig, damit der Wein nicht durch die Hand des Trinkenden erwärmt wird.

Auch Roséwein kann sich in einem kleinen Glas besser entfalten. Spezielle Roséweingläser sind etwas bauchiger als Weißweingläser und ihr Rand wölbt sich leicht nach außen. Dies bringt die fruchtigen Aromen des Roséweins besonders gut hervor. Solche Gläser eignen sich zum Beispiel auch gut für Riesling.

Weißweinglas, welches mit Weißwein befüllt wird.
Eine Gruppe Freunde trinkt Sekt auf einem Boot in der Sonne.

Welche Gläser für Schaumwein wie Champagner und Sekt?

Champagner, Sekt und Co. schmecken aus einem Glas mit einem lang gezogenen Oval, einer sogenannten Flöte. Dabei handelt es sich um jene Gläserform, die wir klassischerweise als Sektglas kennen. In dieser kann sich das Aroma voll entwickeln, ohne dass dabei die Kohlensäure unangenehm in der Nase kitzelt. Allerdings kannst du Schaumwein auch aus Schalen oder tulpenförmigen Gläsern trinken. Tipp: Probiere einen Wein mit verschiedenen Gläsern und du wirst deutliche Unterschiede riechen und schmecken.

Port, Sherry & Co.: Spezielle Gläser für besondere Weinsorten.

Neben den klassischen und bekannten Weingläsern gibt es auch spezielle Gläser für besondere Sorten, wie etwa für Portwein, Sherry und Eiswein. Für diese eignen sich Dessertweingläser am besten – diese sind meist kleiner und tulpenförmiger. Ihre Form fördert eine höhere Konzentration der intensiven Aromen und hilft zugleich dabei die Süße und Komplexität dieser Weine hervorzuheben.

Traditionelles Sherry Glas gefüllt mit Sherry, daneben eine Sherry Flasche auf einem Tisch.

Welches Material sollte ich bei Weingläsern wählen?

Welches Material du für ein Weinglas wählst, spielt eine wichtige Rolle für das Geschmackserlebnis und den Trinkgenuss. Weingläser werden sowohl aus Kristallglas als auch aus normalem Glas hergestellt; Weinsommeliers schwören zudem vor allem auf mundgeblasene Gläser.

Kristallglas

Ein Weinglas aus Kristallglas zeichnet sich vor allem durch seine besondere Brillanz und Feinheit aus – dadurch wird das Trinkerlebnis nicht nur optisch, sondern auch sensorisch verbessert. Kristallgläser sind durch ihre enthaltenen Mineralien eher filigranere Gläser und wirken so hochwertiger. Im Gegensatz dazu wirken normale Gläser optisch weniger edel, da sie in der Regel etwas dickwandiger sind. Sie sind aufgrund dessen allerdings auch stabiler, einfacher zu transportieren und in vielen Fällen oft auch günstiger.

Mundgeblasene Gläser.

Mundgeblasene Gläser hingegen sind nicht ohne Grund die beliebtesten Gläser bei Weinliebhabern und Sommeliers: Sie sind oft hochwertiger verarbeitet und haben eine besonders dünne Glaswand, dank welcher sich der Wein angenehm am Gaumen verteilen kann. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei dünnwandigen Gläsern ist, dass sich durch diese die Trinktemperatur des Weins besser beibehalten lässt.

So servierst du den Wein im Glas richtig.

Für ein gelungenes Weinerlebnis ist nicht nur das Glas wichtig, sondern auch, wie du den Wein servierst.

Damit dem Genuss nichts im Wege steht, solltest du ein paar Dinge beachten, wenn du den Wein servierst: Öffne den Wein beispielsweise vor den Augen deiner Gäste. Doch wer probiert den ersten Schluck und was braucht es noch, um den Wein stilecht zu präsentieren?

Weißflasche wird mit Korkenzieher geöffnet.

Für den Aha-Effekt: die Weinflasche am Tisch öffnen.

Wenn du die Weinflasche vor den Augen deiner Gäste öffnest, sieht dein Gast direkt, welchen leckeren Wein du servieren wirst. Außerdem kannst du dich weiterhin unterhalten. Übrigens: Immer mehr Weinflaschen haben inzwischen praktische Schraubverschlüsse. Dem Aroma schadet das in der Regel nicht, und es erleichtert auch ungeübten Gastgebern das Servieren des Weins.

Schnuppern und schmecken: Wein auf Fehler kontrollieren.

Hat dein Lieblingswein noch einen klassischen Korken, kann dieser schon beim Servieren des Weins einiges über die Qualität verraten: Riecht der Korken muffig, kann ein Korkfehler vorliegen. Im nächsten Schritt schenkst du dir selbst einen kleinen Schluck ein und prüfst Aussehen und Geschmack des hoffentlich guten Tropfens. Erst dann probiert der Gast ebenfalls. Ist er vom Geschmack überzeugt, geht es ans eigentliche Ausschenken.

Frau riecht an einem Rotweinglas, welches mit Rotwein gefüllt ist.
Weißwein wird eingeschenkt am Tisch im Garten.

Wein servieren mit ruhiger Hand – so schenkst du richtig ein.

Lass den Wein langsam in das Glas laufen und fülle das Weinglas nur bis zur breitesten Stelle. So können sich die flüchtigen Aromen im Glas sammeln. Halte die Flasche beim Servieren des Weines mit dem Etikett nach oben. Der Flaschenhals sollte nicht mit dem Glasrand in Berührung kommen. Lass das Glas beim Einschenken am besten auf dem Tisch stehen oder halte es am Stiel fest. So wird der Weingeschmack durch die Temperatur deiner Hand nicht beeinträchtigt. Drehe die Flasche beim Absetzen ein wenig ein, damit keine unerwünschten Weinflecken auf der Tischdecke landen.

Weingläser richtig reinigen: So geht’s.

Auch beim Reinigen der Weingläser solltest du einige Aspekte beachten. Reinige die Gläser möglichst per Hand, nutze lauwarmes Wasser und greife auf ein mildes Spülmittel zurück. Aggressive Reinigungsmittel solltest du besser vermeiden, da diese das Glas trüben oder beschädigen können. Hartnäckige Rückstände können mit speziellen Glasreinigern entfernt werden – auch ein Tropfen Essig im Spülwasser kann bereits helfen. Nach dem Spülen sollten Weingläser vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch abgetrocknet werden, um Wasserflecken zu vermeiden. Die Handwäsche solltest du der Spülmaschinenwäsche vorziehen, denn die Gläser könnten beim Spülen beschädigt werden oder ermatten. Je dünner der Glasrand, umso vorsichtiger sollten die Gläser natürlich behandelt werden, um einen Bruch oder Sprung im Glas zu vermeiden. Um den Glanz deiner Gläser zu gewährleisten, kannst du sie nach dem Trocknen noch polieren.

Weinglas wird mit der Hand gespült.

Häufige Fragen zum Thema Weingläser.

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