Fettflecken entfernen: So geht’s.
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Ein Spritzer Öl beim Braten, ein Klecks Butter aufs Hemd oder Sonnencreme auf der Lieblingsjacke: Fettflecken passieren schnell und lassen sich im Gegensatz zu anderen Flecken nicht einfach mit Wasser auswaschen. Mit den richtigen Hausmitteln und der passenden Vorgehensweise bekommst du sie trotzdem meist restlos wieder heraus.
Warum sich Fettflecken so schwer entfernen lassen.
Fett und Wasser lassen sich nicht einfach miteinander vermischen.¹ Deshalb reicht reines Wasser bei Fettflecken meist nicht aus.² Tenside sind waschaktive Stoffe, die Fett und Wasser miteinander verbinden. Sie helfen dabei, Fett in kleine Tröpfchen zu verteilen und mit dem Wasser abzutransportieren.³ Deshalb können tensidhaltige Reinigungsmittel wie Spülmittel oder Gallseife bei Fettflecken helfen.¹
In vier Schritten: Frische Fettflecken schnell beseitigen.
- Sofort abtupfen: Überschüssiges Fett mit einem Papiertuch aufnehmen – nicht verreiben.
- Trocken vorbehandeln: Backpulver, Speisestärke oder Talkum auf den Fleck streuen und einige Minuten einwirken lassen, damit das Pulver das Fett aufsaugt.
- Pulver entfernen: Rückstände abklopfen oder absaugen.
- Gallseife einarbeiten: Direkt auf den Fleck geben, leicht einmassieren, kurz einwirken lassen und dann wie gewohnt waschen.
Alte Fettflecken entfernen.
Ist der Fettfleck schon älter oder eingetrocknet, reicht die schnelle Vier-Schritte-Methode meist nicht mehr aus. Je länger das Fett einwirkt, desto tiefer zieht es in Fasern oder Poren ein. Hier braucht es daher etwas mehr Geduld und stärkere Mittel.
Weiche das betroffene Kleidungsstück oder andere Textil für mehrere Stunden, im Idealfall über Nacht, in warmem Wasser mit Gallseife oder Vollwaschmittel ein. Dadurch kann sich das eingetrocknete Fett wieder lösen, bevor du das Stück ganz normal wäschst. Wiederhole den Vorgang bei Bedarf vor dem Waschen.
Die besten Hausmittel gegen Fettflecken.
Nicht jedes Hausmittel eignet sich für jeden Fleck – hier sind die bewährtesten Varianten im Überblick:
Backpulver, Speisestärke & Talkum: Diese Hausmittel wirken wie kleine Fettschwämme. Streue sie großzügig auf den frischen Fleck, lasse sie dann etwa 30 Minuten einwirken und bürste oder sauge sie anschließend ab. Diese Optionen sind besonders geeignet für frische Flecken auf Textilien, Polstern und Böden.
Gallseife: Der Klassiker gegen Fett-, Obst- und Eiweißflecken: Trage die Seife direkt auf den feuchten Fleck auf, massiere sie leicht ein und wasche sie nach kurzer Einwirkzeit aus. Diese Variante eignet sich für fast alle Textilien, außer für sehr empfindliche Materialien wie Seide.
Spülmittel: Gib ein bis zwei Tropfen Spülmittel auf den Fleck, reibe es vorsichtig ein und lasse es anschließend kurz einwirken. Im letzten Schritt einfach mit lauwarmem Wasser ausspülen. Diese Methode ist ideal für Kleidung, Polster und harte Oberflächen wie Fliesen oder Glas.
Essig, Spiritus & Waschbenzin: Für ältere oder besonders hartnäckige Fettflecken eignen sich stärkere Hausmittel: Essigessenz zum Beträufeln und Einweichen, Spiritus für glatte Oberflächen wie Fliesen oder Fenster und Waschbenzin für sehr fetthaltige, alte Flecken. Wichtig: Teste die Mittel vorher immer an einer unauffälligen Stelle, da sie Farben angreifen können.
Spezielle Fleckenentferner: Wenn Hausmittel nicht ausreichen, helfen spezielle Fettlöser oder Fleckenentferner. Diese werden meist direkt auf den Fleck aufgetragen oder mit einem integrierten Schwammaufsatz eingearbeitet – prüfe auf jeden Fall vorher immer die Anwendungshinweise und die Materialverträglichkeit.
Fettflecken auf empfindlichen Materialien behandeln.
Bei Leder, Wolle und Seide ist besondere Vorsicht gefragt, da diese Materialien empfindlicher auf Feuchtigkeit und aggressive Mittel reagieren als robuste Textilien. Wichtig zu beachten: Bei besonders empfindlichen Kleidungsstücken ist es sinnvoller, sie zu einer professionellen Textilreinigung zu bringen.
Leder & Wildleder.
Bei glattem Leder können Talkum oder Backpulver helfen, wenn du sie über Nacht einwirken lässt, damit sie das Fett aufnehmen. Wildleder und Veloursleder solltest du ausschließlich trocken behandeln, zum Beispiel mit einem speziellen Wildlederradierer, da Feuchtigkeit hier zusätzliche Flecken verursachen kann.
Wolle & Seide.
Verwende bei Wolle und Seide nur lauwarmes Wasser und milde Seife. Achte außerdem darauf, auf keinen Fall zu reiben.
Fazit: Mit der richtigen Reihenfolge sind Fettflecken kein Problem.
Fettflecken lassen sich fast immer entfernen, solange du die richtige Reihenfolge einhältst. Heißt: erst trocken aufnehmen, dann mit einem passenden Hausmittel wie Backpulver, Gallseife oder Spülmittel behandeln. Je nach Material und Alter des Flecks kommen unterschiedliche Mittel zum Einsatz. Mit etwas Geduld lassen sich viele Fettflecken rückstandslos entfernen.
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Fußnoten
¹ Umweltbundesamt,
https://www.umweltbundesamt.de/faq-0
² Verbraucherzentrale,
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/ernaehrung-fuer-seniorinnen/fette-und-oele-in-der-kueche-welche-eignen-sich-fuer-was-48811
³ Umweltbundesamt,
https://www.umweltbundesamt.de/en/node/3651
