Was ist Biologische Landwirtschaft?

In der biologischen Landwirtschaft geht es darum, Lebensmittel nachhaltiger zu erzeugen. Dies wirkt sich 
positiv auf die Qualität von Böden und Wasser aus. Auch die Artenvielfalt und das Tierwohl werden gefördert. Davon profitieren Mensch, Tier und Umwelt. Erfahre mehr.

Ein Landwirt sitzt in seinem Tracktor und pflügt ein Feld um.

Was ist der Unterschied zwischen 
biologisch und ökologisch?

Verkürzt lautet die Antwort: Es gibt keinen! Biologische Landwirtschaft, ökologische Landwirtschaft oder Ökolandbau sind einfach nur verschiedene Bezeichnungen für die gleiche Form einer alternativen Landwirtschaft. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft stehen hier nicht der größtmögliche Ertrag oder eine ausschließlich gewinnorientierte Produktion im Fokus, sondern eine besonders umwelt- und ressourcenschonende Lebensmittelerzeugung.

Grafik einer Landwirtin bei der Arbeit.

Grafik einer Landwirtin bei der Arbeit.

Ein Mann sitzt im Grünen und schreibt in ein Heft.

Sind „ökologisch“ und „biologisch“ gesetzlich geschützte Begriffe?

Ja, denn obwohl es mehrere, parallel gültige Bezeichnungen gibt: Der Gesetzgeber hat eine rechtliche Grundlage geschaffen, um inhaltlich für Sicherheit zu sorgen: „Bio(logisch)“ und „öko(logisch)“ sind geschützte Begriffe gemäß der EU-Öko-Verordnung und besitzen die gleiche Bedeutung. Das garantiert dir, dass die ökologische Landwirtschaft, die biologische Landwirtschaft sowie der Ökolandbau „echte“ Bio-Lebensmittel unter besonderer Berücksichtigung des Umweltschutzes produzieren.

Bienen am Lavendel.

Welche Vorteile hat die biologische Landwirtschaft für unsere Natur?

Die biologische Landwirtschaft achtet darauf, bei der Lebensmittelproduktion natürliche Ressourcen wie unsere Gewässer und Böden sowie die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen zu schützen. Das gelingt durch einen ganzheitlichen Ansatz. Die im Dünger, Boden und Futter enthaltenen Nährstoffe befinden sich fortwährend in einem Kreislauf. Daher spricht man auch von einem Nährstoffkreislauf. So soll die Natur bestmöglich vor negativen Veränderungen bewahrt werden. Der Ökolandbau räumt dem Schutz von Pflanzen- und Tiervielfalt sowie Böden und Gewässern eine zentrale Rolle bei der Erzeugung von Lebensmitteln ein.

Bienen am Lavendel.

Bewässerungsanlage auf einem Feld.

Welche Vorschriften regeln die ökologische Landwirtschaft?

Die rechtlichen Grundlagen für den Ökolandbau sind sehr ausführlich und detailliert durch den europäischen Gesetzgeber definiert. 
Folgende Vereinbarungen für die biologische Landwirtschaft sind besonders wichtig für die Umwelt:

  • Es dürfen keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel oder gentechnisch veränderten Organismen verwendet werden.
  • Es wird auf leichtlösliche mineralische Stickstoffdüngemittel verzichtet, die in der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden dürfen. Denn diese können insbesondere Oberflächengewässer und Grundwasser belasten.

Zwei Felder mit einem Baum.

Diese Verordnungen schützen insbesondere die Natur und Artenvielfalt:

  • Der Ökolandbau strebt geschlossene Nährstoffkreisläufe an: Im landwirtschaftlichen Betrieb selbst erzeugte Nährstoffe wie Mist und Gülle werden auf die bewirtschafteten Flächen ausgebracht und können von den Pflanzen problemlos aufgenommen werden.
  • Die organische Düngung erhöht die Bodenfruchtbarkeit. Nahezu ganzjährig bedecken Zwischenfrüchte und Untersaaten die Böden, was Bodenerosion oder Auslaugung verhindert.
  • Die biologische Landwirtschaft schreibt vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau vor. Zusammen mit dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel fördert dies die biologische Vielfalt von Pflanzen und Tieren.
  • Beim Anbau von Obst, Getreide und Gemüse ist der Einsatz von Pestiziden streng geregelt. Dafür gibt es sogenannte Positiv-Listen, auf denen aufgeführt ist, welche Stoffe für die ökologische Landwirtschaft und Produktion zugelassen sind. Stoffe, die nicht ausdrücklich auf diesen Listen stehen, dürfen auch nicht verwendet werden.

Zwei Felder mit einem Baum.

Drei Kühe teilen sich einen Futtertrog.

Mit diesen Vorschriften sorgt die ökologische Landwirtschaft für mehr Tierwohl:

  • Im Ökolandbau ist eine tiergerechtere Haltung vorgeschrieben. Die Tiere haben im Stall mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben und Zugang zu einem Freigelände. Zudem erhalten sie – vorrangig selbst erzeugtes – ökologisches Futter.
  • Der Viehbesatz ist in der biologischen Landwirtschaft streng an die Fläche gebunden und somit begrenzt.

Zwei Felder mit Weizen und Mais.

Durch diese Vorgaben des Ökolandbaus profitiert insbesondere der Klimaschutz:

  • Der Verzicht auf künstlich erzeugte Dünger und Pflanzenschutzmittel wirkt sich positiv auf das Klima aus, weil deren Herstellung mit einem hohen Ressourcen- und Energieverbrauch sowie dem Ausstoß von klimaschädlichen Kohlenstoffdioxid und Lachgas verbunden ist.
  • Das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid kann zudem besser im Boden gespeichert werden, wenn durch die biologische Landwirtschaft eine reiche, Kohlenstoffdioxid bindende Humusschicht auf dem Oberboden gebildet werden konnte.

Beim Verzehr der Produkte aus biologischer Landwirtschaft ergibt sich auch ein unmittelbarer Vorteil für die Kund:innen:

  • Durch die festgelegten Regelungen sind die im Ökolandbau erzeugten Bio-Produkte in der Regel weniger durch Pflanzenschutzmittel oder Pestizide belastet – und der Einsatz von Zusatzstoffen bei Bio-Lebensmitteln ist stark eingeschränkt.

Zwei Felder mit Weizen und Mais.

Grafik eines Bio-Schilds, das auf einen Bio-Betrieb verweist.

Wann darf sich ein Betrieb Bio nennen? Wer kontrolliert das?

Bio-Betriebe, die biologische Landwirtschaft betreiben, erfüllen die strengen Auflagen des Ökolandbaus, damit ihre Produkte das EU-Bio-Logo tragen dürfen. Sie müssen sich bei anerkannten, unabhängigen Öko-Kontrollstellen anmelden und zertifizieren lassen – so legt es die EG-Öko-Verordnung fest. Landwirtschaftliche Betriebe und Betriebe, die Bio-Artikel verarbeiten, importieren oder verkaufen, werden mindestens einmal pro Jahr überprüft. So wird sichergestellt, dass die Bestimmungen dauerhaft eingehalten werden.

Erfahre mehr über die Qualitätsstandards für unsere Produkte.

Mythos oder Wahrheit – der Bio-Faktencheck.

Rund um das Thema Bio kursieren eine Menge Gerüchte. Wir haben für dich die wichtigsten Bio-Mythen auf den Prüfstand gestellt.

Richtig. Bio-Landwirte verzichten auf mineralische leichtlösliche Stickstoffdüngemittel und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Zudem halten sie nur so viele Tiere auf ihren Flächen, wie in den Richtlinien vorgegeben ist. Ihre Felder bewirtschaften sie nicht in Monokultur, sondern bauen immer wieder andere Pflanzen an. Das wirkt sich positiv auf Gewässer und Böden und die Vielfalt des Tier- und Pflanzenlebens aus.

Falsch. Auch diese Aussage gehört ins Reich der Mythen und Legenden. Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin. Alle Bio-Produkte bei ALDI sind mit dem hellgrünen EU-Bio-Logo in Blattform und dem deutschen Bio-Siegel gekennzeichnet und erfüllen somit die Kriterien für den ökologischen Landbau.

Falsch. Zwar werden verletzte oder kranke Tiere im Ökolandbau bevorzugt mit pflanzlichen oder homöopathischen Produkten behandelt. Aber wenn das alles nicht hilft, sind Antibiotika erlaubt. Für ihren Einsatz gelten aber strengere Auflagen.

Richtig. Für die Herstellung konventioneller Lebensmittel sind 300 Zusatzstoffe, zum Beispiel Süßstoffe und Aromen, zugelassen. Die EU-Öko-Verordnung erlaubt für Bio-Lebensmittel wesentlich weniger Zusatzstoffe, weniger als 60. Künstlich hergestellte Farb- und Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker sind jedoch komplett tabu.

Richtig. Die Anwendung von Gentechnik ist im Ökolandbau und in der ökologischen Lebensmittelproduktion grundsätzlich verboten.

Falsch. Der Kauf von Bio-Lebensmitteln wird immer beliebter. Laut dem Öko-Barometer 2022 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gaben acht von zehn Befragten an, gelegentlich Bio-Produkte zu kaufen, knapp 40 Prozent der Befragten greifen häufig oder sogar ausschließlich zu ökologisch hergestellten Lebensmitteln. Auch bei ALDI SÜD füllen mehr Menschen als je zuvor ihre Einkaufstaschen mit Bio-Lebensmitteln. In unserem Vertriebsgebiet sind wir Bio-Händler Nr. 1 2 und die Umsätze, die wir mit Produkten aus der Haltungsform 3 und Haltungsform 4 machen, entwickeln sich sehr gut.

Falsch. Bereits das Ökobarometer des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft 2020 bestätigte, dass das Interesse an Bio nur in mittelgroßen Städten etwas hinterherhinkt. In der Befragung für 2021 gab es eine weitere Überraschung: Das Bio-Siegel, das Bio-Produkte kennzeichnet, ist im ländlichen Raum sogar weitaus bekannter als in Metropolen. In Dörfern und Kleinstädten kennen 10 Prozent mehr Menschen das einprägsame Logo als in mittleren und großen Städten.

Richtig. Im Ökolandbau spielen Tierwohl und eine artgerechtere Haltung eine größere Rolle als in der konventionellen Landwirtschaft. Den Tieren muss mehr Platz zur Verfügung stehen, sie müssen Auslauf haben und erhalten gentechnikfreies Futter. Bio-Landwirt:innen bieten Tieren mehr Möglichkeiten, sich so zu verhalten, wie die Natur es vorgesehen hat. Legehennen müssen scharren und picken können, Schweine müssen mehr Platz und Auslauf haben, Rindern müssen Liegeflächen zur Verfügung stehen, um sich zurückzuziehen.


… dass ALDI SÜD gemeinsam mit ALDI Nord 2016 der erste große Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland war, der auf acht bienengefährdende Pflanzenschutzmittel verzichtet hat? Zudem haben wir 279.233 Quadratmeter neuen Lebensraum für Bienen und andere Nützlinge geschaffen.
Zum Bienenschutz

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1 Stand 2022: über das Jahr verteilt, als Standard-, Saison-, oder Aktionsartikel

2 Quelle: NielsenIQ Homescan, Food Bio inkl. Frische Bio O&G, MAT September 2023, Absatz Pack, LEH+DM im ALDI SÜD Vertriebsgebiet Deutschland