Grünkohl − Saisonkalender

Grünkohl: Eine Nährstoffbombe bringt uns durch die kalte Jahreszeit

Wenn die kalte Jahreshälfte anbricht, brauchen wir viele Nährstoffe, die unser Immunsystem stärken. Gut, dass wir jetzt auf ein besonders reichhaltiges Gemüse zurückgreifen können – den Grünkohl. Die Erntezeit dauert von Oktober bis in den Februar hinein. Die Meinung, Grünkohl könne erst nach dem Frost geerntet werden, weil erst dann der angestiegene Zuckergehalt für einen guten Geschmack gesorgt hat, ist heute nicht mehr wirklich richtig. Denn die moderne Landwirtschaft hat längst auf neue Sorten gebaut, die von vorneherein einen höheren Zuckergehalt haben.

Wussten Sie schon, dass der Grünkohl den höchsten Gehalt an Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen aller Kohlsorten hat? Somit ist er eine wahre Vitaminbombe und mit 49 Kalorien pro 100 Gramm dabei auch noch besonders figurschonend. Also ein wahrer König unter den Kohlsorten. Gerne wird das gesunde Gemüse auch Braunkohl, Krauskohl oder Blätterkohl genannt.

Der Ursprung des Grünkohls liegt im Mittelmeerraum, vermutlich stammt das Gemüse aus Griechenland. Im alten Rom galt Grünkohl, der dort „Sabellinischer Kohl“ genannt wurde, als Delikatesse. Bauern, die das grüne Gut anbauten, gelangten durch die große Beliebtheit des Gemüses zu Wohlstand. Die heutigen Anbaugebiete erstrecken sich von Nord- über Mittel- und Westeuropa bis hin nach Nordamerika sowie Ost- und Westafrika.

Im Norden Deutschlands wird der Grünkohl neckisch „Friesische Palme“ genannt. Dies kommt durch die schönen krausen Blätter und die enorme Größe, die ein Grünkohl erlangen kann. Je nach Sorte wird er 1,40 bis 2 Meter groß. Seit dem Jahr 1545 zelebriert Bremen traditionell ein alljährliches Grünkohlessen. Hier wird auch die Wahl des Grünkohlkönigs und der Grünkohlkönigin gefeiert. Bei den allseits bekannten Kohlfahrten wird im Anschluss an die Fahrt ein traditionelles Gericht serviert. Dies besteht aus Grünkohl mit Pinkel und Kartoffeln. Weitere tolle Ideen für Ihr nächstes Grünkohl-Gericht finden Sie unter unseren Rezeptideen.

Hat der Grünkohl lange Zeit nur in seiner klassischen Form den Weg auf unsere Teller gefunden, sieht man ihn mittlerweile immer öfter im neuen, trendigen Gewand. Leckere grüne Smoothies, Grünkohl-Salate, -Suppen oder -Chips sind in aller Munde. Verantwortlich dafür ist ein aktueller Trend aus New York, der langsam aber sicher zu uns herübergeschwappt ist. So gibt es im Big Apple kaum ein Szenerestaurant, in dem das vitaminreiche Gemüse nicht auf der Speisekarte steht – dort allerdings unter dem Namen Kale. Dass es der Grünkohl in die Herzen der New Yorker geschafft hat, verwundert nicht, schließlich ist man in der US-Metropole ständig auf der Suche nach neuen Ideen, mit denen sich der Körper gesund und jung halten lässt.