Vorfreude auf die Schule wecken

Mit dem Schulanfang werden erfahrene Kindergartenkinder zu unsicheren Erstklässlern, die sich ganz neu orientieren müssen. Wir haben Tipps gesammelt, wie Sie bei Ihrem Kind Vorfreude auf diesen spannenden Lebensabschnitt wecken und Ängste vermeiden können.

Die neue Umgebung kennenlernen

Die meisten Schulen bieten es an, dass Eltern und zukünftige Schulkinder schon vor dem Schulstart vorbeikommen, um sich alles anzusehen. Dies ist eine gute Gelegenheit, um die eventuell vorhandene Angst vor dem Unbekannten zu dämpfen. Zeigen Sie Ihrem Kind, wo sich die Klassenräume, die Toiletten, der Pausenhof, die Sporthalle oder die Bushaltestellen befinden. Vielleicht können Sie und Ihr Kind auch schon Kontakt zur Klassenlehrerin bzw. zum Klassenlehrer und zu zukünftigen Schulkameraden knüpfen. Das trägt auf jeden Fall zur Vorfreude Ihres Kindes bei und mildert die Angst vor dem Unbekannten. Gehen Sie auch den Schulweg im Vorhinein schon mal mit Ihrem Kind ab.

Das Kind zum Mittelpunkt machen

Beziehen Sie Ihr Kind in die Vorbereitungen auf den Schulstart und die Einschulungsfeier mit ein. Es wird sicher Spaß daran haben, gemeinsam mit Ihnen einen neuen Schulranzen, Stifte, Mäppchen und andere Dinge zu kaufen. Besprechen Sie, was es gerne in der Butterbrotbox mitnehmen und welche Kleidung es tragen will. Wenn Ihr Kind aktiv an der Vorbereitung mitwirken kann und die Pläne kennt, verhindert dies Ängste und steigert die Vorfreude.

Offenens Ohr für Sorgen

Ein offenes Ohr für Sorgen

Besprechen Sie die eventuellen Sorgen Ihres Kindes offen. Haben Sie auch für Tränen Verständnis. Stellen Sie einfach Fragen und sehen Sie, was das Kind erzählt. So finden Sie die Ursachen heraus und können gemeinsam daran arbeiten. Vermitteln Sie Ihrem Kind: Du schaffst das. Es hilft Kindern sehr, wenn sie wissen, dass sie sich ihren Eltern anvertrauen können und dass sie geliebt werden – auch unabhängig von Leistungen.

Mama und Papa waren auch mal Schulkinder

Erzählen Sie Ihrem Kind von Ihrer eigenen Einschulung und zeigen Sie ihm Fotos davon. Das kann helfen, erste Unsicherheiten und aufkommende Fragen zum Ausdruck zu bringen. Vermeiden Sie dabei negative Erinnerungen und Erzählungen, auch wenn wir alle Lehrer, Mitschüler und Schulfächer hatten, die wir nicht mochten. Berichten Sie von neuen Freundschaften, tollen Ausflügen, spannenden Themen und Lernerfolgen. Vermeiden Sie Sätze wie „Jetzt kommt der Ernst des Lebens“ oder „Es ist alles nicht so schlimm“ - dies suggeriert Ihrem Kind nur, dass es tatsächlich etwas Schlimmes zu erwarten hat. Sprechen Sie realistisch, aber positiv von der Schule und erhalten Sie Ihrem Kind die Euphorie so lange es geht.

Konzentration und Eigenständigkeit üben

Viele Eltern fragen sich, ob ihr Kind wirklich schulreif ist. Tatsächlich sollten Kinder vor der Einschulung in der Lage sein, eine Stunde lang stillzusitzen, anderen zuzuhören und einige Stunden von den Eltern getrennt zu sein. Vieles davon lässt sich gut im Vorhinein üben und sollte von den Eltern schon im späten Kindergartenalter im Blick behalten werden.

Zur Vorbereitung auf die Schule kann es zum Beispiel hilfreich sein, Konzentrationsübungen mit dem Kind zu machen. Üben Sie dazu mit Ihrem Kind, sich für 15-20 Minuten auf etwas zu konzentrieren, zum Beispiel auf ein Puzzle oder eine vorgelesene Geschichte. Diese Fähigkeit wird es in der Schule brauchen, denn dort kann es nicht einfach aufgeben, falls etwas langweilig wird.

Auch ist es wichtig, dass Kinder verlieren und Enttäuschungen verkraften lernen, zum Beispiel durch Brettspiele mit der Familie. Denn in der Schule ist nicht immer alles einfach und man muss mit Schwierigkeiten und Konkurrenz umgehen können. Kinder, die das vor der Einschulung schon geübt haben, haben es später leichter. Gleiches gilt für Regeln. Wenn Kinder ohne Regeln aufwachsen, werden sie es in der Schule schwer haben.

Was viele vergessen: Für den Sportunterricht müssen sich Kinder eigenständig komplett an- und ausziehen können. Bei der Größe der Schulklassen können Lehrer dabei nicht behilflich sein. Ebenso sollten Kinder eigenständig zur Toilette gehen können.

Ruhe ausstrahlen

Wenn Sie vor, während und nach der Einschulung als Elternteil Sicherheit und Ruhe ausstrahlen, wird auch Ihr Kind gelassen sein. Vermeiden Sie Stress, zum Beispiel beim Einkauf der Schulsachen oder am Tag der Einschulung, und schaffen Sie Struktur, das sorgt automatisch für eine entspannte Atmosphäre. Bestärken Sie Ihr Kind und sprechen Sie positiv von der Schule, das färbt auf Ihr Kind ab.

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