7 Schlaf-Tipps für Allergiker

Gute-Nacht-Tipps für Hausstauballergiker

Die Hausstauballergie bzw. die Allergie gegen Milben ist besonders weit verbreitet. Die Milben selbst sind dabei nicht das Problem, sondern der Kot der Tiere. Dieser zerfällt in kleinste Teilchen und verbindet sich mit dem Hausstaub. Der allergenhaltige Staub wird dann mit der Atemluft inhaliert. Für Nichtallergiker ist er harmlos, Allergiker dagegen reagieren ganzjährig mit verschiedenen Beschwerden auf den Kot der Spinnentiere. Typische Symptome sind zum Beispiel Niesen, Husten oder einer verstopften Nase. Auch gerötete Augen und Tränen der Augen sowie Juckreiz und Atemnot können allergische Reaktionen sein.

Milben sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar. Sie sind natürliche Mitbewohner der häuslichen Umgebung und kein Hinweis auf mangelnde Hygiene. Die 0,1 Millimeter kleinen Spinnentiere halten sich besonders gerne an warmen, feuchten und dunkeln Orten auf. Deshalb fühlen sie sich vor allem zwischen den Fasern von Bett und Bettwäsche heimisch. Denn dort ist es warm und häufig etwas feucht, da Menschen beim Schlafen schwitzen. Die harmlosen Tierchen ernähren sich zudem von den Hautschuppen, von denen jeder Mensch zwischen ein und zwei Gramm jeden Tag verliert, ein Großteil davon im Bett. Daher gilt es für Allergiker einige Dinge zu beachten, wenn es um eine entspannte Nachtruhe geht. Wir haben Tipps und Tricks zusammengestellt mit denen Sie Milben aus Ihrem Schlafzimmer verbannen können und das Bett (fast) für sich alleine haben. Ganz vertreiben lassen sich Milben zwar nicht, doch die Belastung kann deutlich reduziert werden.

1. Kühles und trockenes Raumklima

Um Milben vorzubeugen, ist regelmäßiges Lüften des Schlafzimmers wichtig. Denn durch die Atmung und Schweißabsonderung des Menschen entsteht eine hohe Luftfeuchtigkeit, die von Milben bevorzugt wird. Durch das Lüften kann diese Feuchtigkeit entweichen und zudem die Temperatur im Schlafzimmer niedrig gehalten werden. Auch das Zurückschlagen der Bettwäsche ist empfehlenswert, auch so kann die Feuchtigkeit und Wärme, die in der Nacht entstanden ist, schwinden. Und Milben fühlen sich bei trockener Luft gar nicht wohl. Daher sollten Sie auch Pflanzen, vor allem Topfpflanzen, und Luftbefeuchter aus Ihrem Schlafzimmer verbannen, denn sie erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Das Ausschütteln von Kissen und Decke im Freien oder das Aufhängen auf dem Balkon oder aus dem Fenster sorgt zusätzlich für milbenfreie Frische.

2. Staubfreies Schlafzimmer

Generell gilt es für Hausstauballergiker, alle Staubfänger aus dem Schlafzimmer zu entfernen, zum Beispiel schwere Vorhänge, offene Bücherregale oder Polstermöbel. Denn Milben mögen Staub und Teppiche mit langen Fasern. Kurzflorige Teppiche aus synthetischen Fasern dagegen sind unbedenklich, da sie den Feinstaub gut festhalten und den Staubgehalt in der Luft reduzieren. Die allergieauslösenden Staubpartikel bleiben am Boden und können nicht mehr eingeatmet werden. Gut geeignet sind auch glatte Böden, zum Beispiel aus Parkett, Laminat oder Fliesen. Sie können einfach mit dem Staubsauger und feuchten Tüchern gereinigt werden. Dies sollte allerdings mindestens jeden zweiten Tag erfolgen, denn der Staub wird hier stärker aufgewirbelt.

3. Keine Kuscheltiere

So schwer es auch fällt, Kuscheltiere sollten nicht mit ins Bett genommen werden, denn sie sind besonders anfällig für Staub. Die plüschigen Freunde lassen sich aber durch einen 24-stündigen Aufenthalt im Gefrierfach von Milben befreien. Bei einer anschließenden Wäsche bei 60 °C werden auch die letzten Kotbestandteile und Milbenreste vollständig entfernt. Dieser Vorgang sollte alle paar Wochen wiederholt werden.

4. Regelmäßige Reinigung bei hohen Temperaturen

Die regelmäßige Reinigung der Bettwäsche ist für Allergiker enorm wichtig. Am besten alle zwei bis sechs Wochen bei 60 °C oder 95 °C für mindestens eine Stunde. Diese hohen Temperaturen halten die kleinen Spinnentiere nicht aus. Bei einer Neuanschaffung ist es zudem ratsam auf kochfeste Allergiker-Bettwäsche umzusteigen.

5. Staubsaugen mit Feinstaubfiltern

Die Matratze sowie die Umgebung sollte mit speziellen allergenen Staubsaugerfiltern regelmäßig abgesaugt werden. So werden allergieauslösende Stoffe zurückgehalten. Diese Arbeit sollten Allergiker aber jemanden verrichten lassen, der auf Staub nicht allergisch reagiert.

6. Encasing-Bezüge und Allergiker-Bettwäsche

Ein besonders wichtiger Schutz für Allergiker ist ein milbendichter Bezug für Matratzen, auch Encasing Bezug genannt (encase = umhüllen). Diese Überzüge sind besonders fein gewebt und sollten die Matratze vollständig umschließen. Alle drei Monate ist eine Reinigung empfehlenswert. Auch für Bettdecken und Kissen gibt es spezielle Allergiker-Bezüge. Sie verhindern die Aufwirbelung des Milbenkots und halten kleine Teilchen zurück. So wird der Kontakt mit den Allergenen verhindert. Zusätzlich können die Hautschuppen nicht durch die Laken dringen, sodass die Nahrungsquelle der Milben versiegt.

7. Milbenfrei Schlafen im Urlaub

Damit Sie auch außerhalb Ihrer eigenen vier Wände entspannt schlafen können, sollten Sie auch im Urlaub einige Dinge beachten. Es gibt zum Beispiel Hotels, die allergenfreie Zimmer anbieten. Zudem ist es sinnvoll, das eigene Encasing für Matratzen in den Koffer zu packen. Eine weitere einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme: Das Entfernen aller Plüsch-Sachen aus dem Hotelzimmer und gutes Durchlüften.

Oder wie wäre es mit einem Urlaub in einer milbenfreien Region? Auf über 1.500 Metern Meereshöhe, in der Wüste und der Arktis gibt es nahezu keine Hausstaubmilben.

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