Grundlagen des Grillens – Regeln und Tipps beim Grillen

Wer die nächste Grillmeisterschaft gewinnen will, der muss gut vorbereitet sein. Bereiten Sie sich hier mit den 11 wichtigsten Regeln beim Grillen und wertvollen Tipps beim Grillen auf Ihr kommendes Grill-Event vor. Damit kann nichts mehr schief gehen und der Beifall Ihrer begeisterten Grillgäste ist Ihnen gewiss.

Die 12 wichtigsten Regeln beim Grillen

Regel 1: Grillzeit und Zubereitung planen

Wie auch beim Kochen ist gutes Timing beim Grillen entscheidend: Planen Sie am besten schon im Voraus, welche Gerichte wann zubereitet sein sollen. Berücksichtigen Sie dabei spezifische Garzeiten und die Vorlaufzeit zum Anzünden der Grillkohle. Haben Sie Ihre Beilagen schon fertig zubereitet, sobald das Grillgut zum Einsatz kommt, ist Ihr Timing perfekt.

Regel 2: Richtig anzünden

Abhängig davon, ob Sie einen Gas- oder Holzkohlegrill benutzen, ist der Prozess des Anzündens unproblematisch bis anspruchsvoll. Achten Sie beim Holzkohlegrill auf das richtige Brennmaterial und nehmen Sie sich genug Zeit zum Anfeuern. Arbeiten Sie gerne mit Hilfsmitteln wie einem Anzündkamin, vermeiden Sie aber die Verwendung von Spiritus oder Benzin. Eine der besten Anzündmethoden ist das Aufschichten der Briketts oder Holzkohle zu einer Pyramide und das Verwenden von speziellen Grillanzündern, die in großer Auswahl im Handel erhältlich sind.

Regel 3: Kohle oder Briketts?

Warum nicht beides? Preislich tun sich die beiden nicht viel. Was den Unterschied macht: Grillkohle glüht sich schneller heiß, und Grillbriketts aus Holzkohle halten die Hitze länger. Probieren Sie’s aus: Der Mix macht‘s.

Regel 4: Erst glühen, dann grillen

Fangen Sie erst mit dem Grillen an, wenn die Kohlen in Ihrem Holzkohlegrill gut durchgeglüht sind. Denn halbe Hitze bedeutet ewig lange Grillzeit.

Regel 5: Grillen, nicht brennen

Wenn aus Versehen Fett oder Öl auf Ihre Holzkohle tropft, dann brennt es: Eine kleine oder gar größere Stichflame entsteht. Was tun? Retten Sie Ihr Grillgut, indem Sie es auf eine flammenfreie Stelle legen. Und löschen Sie auf keinen Fall mit Wasser, denn Fett ist nicht wasserlöslich.

Regel 6: Grillgut wenden

Wenden Sie Ihr Grillgut nur einmal, nicht mehr und nicht weniger, ansonsten geht der Geschmack leicht verloren oder es brennt an. Benutzen Sie für das Wenden von Steaks unbedingt eine Zange, da Sie mit dem Einstechen durch eine Gabel die Struktur des Fleisches verletzen. Lassen Sie Ihre Steaks gerne noch einige Minuten ruhen, nachdem Sie sie vom Grill genommen haben – so bleiben sie schön saftig.

Regel 7: Marinieren & Würzen

Marinieren und würzen Sie Ihr Grillgut mindestens eine Stunde, am besten aber eine Nacht vor dem Zubereiten. So nimmt es den vollen Geschmack am besten auf. Frische Gewürze und Saucen sollten Sie aber am besten erst nach dem Grillen und kurz vor dem Verzehr hinzugeben.

Regel 8: Sauce auf dem Grill?

Geben Sie keine Sauce auf den Grill. Wenn die Sauce auf die Kohle trifft, kann das Fleisch einen bitteren Geschmack erhalten. Würzen Sie Ihr Fleisch entweder nach dem Grillen oder legen Sie es vorher in Marinade ein, diese sollte allerdings nicht tropfen.

Regel 9: Sicherheit und Brandschutz

Im direkten Umgang mit Feuer geht Sicherheit vor: Sorgen Sie auf jeden Fall für ausreichend Brandschutz bei Ihrem Grillvergnügen. Achten Sie auf einen sicheren Stand Ihres Grills, halten Sie genug Sicherheitsabstand und löschen Sie Flammen rechtzeitig mit Wasser oder anderen geeigneten Löschsubstanzen. Bevor Sie den Grill säubern, sollten Sie in jedem Fall sicher gehen, dass die Kohle erloschen und abgekühlt ist.

Regel 10: Den Grill richtig säubern

Ein sauberer Grill ist die Grundvoraussetzung für leckeres Grillgut – auch nach dem Grillen. Reinigen Sie deswegen Grillrost, Haube und Aschebehälter nach jedem Benutzen gründlich mit Wasser oder Backofenreiniger. Tipp: Legen Sie das abgekühlte Grillrost über Nacht auf den feuchten Rasen – so können Sie es am nächsten Morgen problemlos reinigen und eingebrannte Verkrustungen lösen sich fast wie von selbst.

Regel 11: Den Grill löschen

Es empfiehlt sich, die Holzkohle nach dem Grillen immer zu löschen. Dafür eignet sich ein kleiner mit Sand oder Blumenerde gefüllter Eimer. Entsorgen Sie die Holzkohle frühestens 24 Stunden nach dem Grillen in Ihrer Mülltonne. Wenn Ihr Grill während des Grillens an Hitze verlieren muss, damit das Grillgut nicht verbrennt,  sollten Sie die Luftzufuhr eindämmen. Dies können Sie bei einem Kugelgrill erreichen,  indem Sie ihn schließen, und so der Kohle Sauerstoff entziehen. Bei Ihrer nächsten Grillparty können Sie auch einfach weniger Kohle verwenden, um die Temperatur zu minimieren.

Regel 12: Glut und Grillgut nicht mit Bier ablöschen

Die Glut oder das Grillgut sollten nicht mit Bier abgelöscht werden – auch wenn es schon Vater und Großvater so gemacht haben. Damit verschwenden Sie eigentlich bloß Ihr Getränk. Denn wenn das Bier auf die heiße Glut trifft, verdampft die Flüssigkeit sofort und der herbe Biergeschmack ebenso. Stattdessen entsteht zusätzlicher Rauch und die Asche wird aufgewirbelt.  Diese kann sich dann auf dem Grillgut absetzen. Das ist nicht gesund und auch nicht schmackhaft. Außerdem spült die Bierdusche Gewürze und Marinaden vom Fleisch, die eigentlich für ein herzhaftes Aroma sorgen sollen.

Wertvolle Tipps beim Grillen

Grillrost einölen

Wenn Sie Fleisch mit wenig Fett grillen, ölen Sie vorher den Grillrost ein, ansonsten kann es an ihm haften bleiben. Dies empfiehlt sich übrigens auch nach der Reinigung des Grillrosts.

Holzspieße ins Wasser

Legen Sie Gemüse- oder Holzspieße für 20 Minuten ins Wasser, damit sie nicht anbrennen.

Der richtige Zeitpunkt

Wann Sie Ihr Grillgut am besten auf den Grillrost legen, das erkennen Sie an der Holzkohle: Leuchtet die Glut intensiv rot? Liegt schon eine weiße Ascheschicht über der Holzkohle? Dann kann’s losgehen.

Tropfschale verwenden

Heruntertropfendes Fett und flüssige Marinade verbrennen auf der heißen Kohle und können unangenehme Gerüche entwickeln. Vermeiden Sie dies, indem Sie eine Tropf- oder Aluschale verwenden. Dies kann bei Gemüse zusätzlich Verbrennungen an der Oberfläche vermeiden.

Grillen auf dem Balkon

Gerade im Sommer wird gerne auch auf dem heimischen Balkon gegrillt – generell ist das kein Problem. Grundsätzlich gilt jedoch: Beachten Sie Ruhezeiten und die Rauchentwicklung Ihres Grills. Ab 22 Uhr sollte der Lärmpegel gedämpft sein, am besten bereiten Sie Ihre Nachbarn in einem persönlichen Gespräch auf Ihre Grillparty vor oder laden Sie Ihre Nachbarn einfach mit ein.

Direktes vs. Indirektes Grillen

Direktes Grillen – das Grillgut liegt hier direkt über der glühenden Kohle – eignet sich besonders gut für dickes und saftiges Fleisch. Indirektes Grillen hingegen – mit geschlossenem Deckel wie beispielsweise bei einem Kugelgrill – ist gesünder und eignet sich besser für das Erzeugen gleichmäßiger Hitze. Eine Kombination aus beiden Methoden deckt eine große Bandbreite an Möglichkeiten ab. Probieren Sie es aus.

Fleischthermometer

Auch beim Grillen ist ein Fleischthermometer ein sehr geeignetes Hilfsmittel zur Bestimmung des optimalen Garzeitpunktes. Der Umgang damit ist meist sehr einfach: Das Thermometer sollte an der dicksten Stelle des Fleisches eingeführt werden und keinen Knochen berühren. Eine Tabelle der perfekten Kerntemperaturen verschiedener Fleischarten gibt erste Orientierungswerte und ist gerade für den Start eine gute Orientierungsgrundlage.

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