Obst ernten und lagern

Endlich ist es so weit: Aromatisch duftende Früchte hängen an den Ästen und warten nur darauf, gepflückt zu werden. Ab Juli bis in den Herbst hinein können Kirschen und andere Obstsorten geerntet werden. Dabei gilt: Wer richtig pflückt, kann länger ernten. Wir verraten, wie es geht.

Kirschen

Um Kirschen zu ernten, benötigen Sie eine ausreichend lange Leiter, um auch an die oberen Äste zu gelangen. Diese sollte stabil und rutschfest aufgestellt werden. Befestigen Sie einen Eimer mit Hilfe eines Hakens an einem geeigneten Ast oder an Ihrer Leiter, damit Sie beide Hände frei haben. Die Kirschen sollten mit Stiel geerntet werden, damit sie nicht saften.

Erdbeeren

Ernten Sie Erdbeeren am besten in den Morgenstunden, da dann ihr Aroma am intensivsten ist. Zum Abpflücken setzen Sie am besten am Stiel und nicht an der Frucht an, um diese nicht zu zerquetschen. Die Erdbeeren sollten zusammen mit den grünen Kelchblättern gepflückt werden, um zu verhindern, dass Saft ausläuft.

Äpfel und Birnen

Äpfel können dann geerntet werden, wenn sie sich bei der sogenannten Kipp-Probe leicht vom Ast lösen lassen. Dabei wird der Apfel um 90 Grad gedreht. Gehen Sie möglichst behutsam vor, denn beschädigte Früchte mit Druckstellen beginnen schneller zu faulen. Äpfel immer mit Stiel ernten, damit sie besser gelagert werden können.

Pflaumen und Zwetschgen

Entfernen Sie kurze Zeit vor der Ernte Ihrer Pflaumen einige Früchte vom Baum, die nicht so gut gewachsen sind. Reife Pflaumen erkennen Sie ganz einfach daran, dass sie nicht mehr hart sind. Erst dann können sie ihr süßes Aroma entfalten und geerntet werden. Vermeiden Sie bei der Ernte unbedingt, dass die gepflückten Pflaumen Druckstellen bekommen. Wenn eine Pflaume oder Zwetschge aufplatzt, kann es schnell zur Fäulnisbildung auch der anderen Früchte kommen.

Pfirsiche

Wenn Sie Ihre saftigen Pfirsiche am liebsten gleich nach dem Pflücken verzehren möchten, sollten Sie die süßen Früchte erst spät ernten – erst dann, wenn sie vollreif sind. Gerade bei Pfirsichen ist die Reifezeit der einzelnen Früchte auf dem Baum sehr unterschiedlich. Sie können nicht alle auf einmal ernten, sondern nacheinander über einige Wochen verteilt. Vorsicht beim Testen – Pfirsiche sind sehr druckempfindlich.

Obst richtig lagern

Ist die Ernte vollbracht? Wunderbar. Wenn Sie noch einige Hinweise zur Lagerung beachten, steht dem Genuss Ihrer eigenen Früchte nichts mehr im Wege. So sollten Sie Äpfel immer getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten lagern, denn sie sondern nämlich ein Gas ab, das umliegende Nahrungsmittel schneller reifen und damit rascher verderben lässt. Außerdem mögen Äpfel eine Lagerung im Dunkeln, z. B. im Vorratskeller oder in Papiertüten verpackt. Dann hält das eigene Gas die Äpfel sogar länger frisch. Pflaumen vertragen keine Kälte und sollten daher nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden. Pfirsiche hingegen sollten im Kühlschrank gelagert werden, denn dort kommen keine Fruchtfliegen an sie heran. Länger als ein paar Tage halten sie sich dort aber auch nicht. Also am besten schnell verzehren.

Obstbäume richtig schneiden – zu jeder Jahreszeit

Damit der Ernteertrag in jedem Jahr reichlich ausfällt, ist es wichtig, dass Obstbäume und Beerensträucher regelmäßig zurückgeschnitten werden, auch im Winter. Die Baumpflege ist vor allem in diesen kalten Monaten des Jahres eine Herausforderung. Denn hierzulande können die Winter eisig und schneereich, aber auch mild und regnerisch oder trocken sein. Gartenbesitzer und Hobbygärtner sollten auf alle möglichen Winterwetter vorbereitet sein und bei der Baumpflege auf das entsprechende Wetter reagieren. Richtig durchgeführt, wirkt ein Rückschnitt im Winter wie im Frühjahr wie eine Verjüngungskur für Bäume und Sträucher. Wir erklären Ihnen, was Sie dabei beachten müssen.

Der optimale Zeitpunkt für den Baumschnitt

Zwischen November und März ist der ideale Zeitpunkt, um Obstbäume und Sträucher zu beschneiden. Kernobstbäume wie Apfel, Birne oder Quitte sollten eher in den kühleren Monaten zurück geschnitten werden. Denn dann befinden sich die Bäume in ihrer Ruhephase, das heißt weniger Pflanzensaft tritt aus den Schnittstellen aus und der Baum hat bis zur Wachstumsphase im Frühjahr Zeit sich zu erholen. Kirschbäume werden direkt nach der Ernte im Sommer zurückgeschnitten, damit sie bis zum Winter noch neue Knospen bilden können. Apfelbäume sollten nur bei trockenem Wetter geschnitten werden, denn sie sind besonders anfällig für Obstbaumkrebs, einer Pilzinfektion von Rinde und Holz. Bei Pfirsichbäumen sind die Monate April und Mai die für den Baumschnitt geeignetsten. Denn bei diesen Bäumen muss auf die Blütenknospen geachtet werden.

Bei Frost nicht schneiden, sondern streichen

An frostigen Tagen sollte auf den Obstbaumschnitt verzichtet werden, denn dann verheilen die Schnittstellen schlecht und bieten eine Angriffsfläche für Bakterien, Pilze und Schädlinge, sodass das Holz Schaden nehmen kann. Bei kalten Temperaturen und Sonnenschein ist die Gefahr von Frostschäden besonders groß. Denn zwischen der Sonnen- und Schattenseite des Baumes kann es zu großen Temperaturunterschieden kommen. Die sonnenzugewandte Seite des Baumes erwärmt sich und das Rindegewebe dehnt sich aus, die der Sonne abgewandte Seite bleibt dagegen gefroren. So kommt es zu Spannungsrissen in der Baumrinde. Auch bei stark schwankenden Tages- und Nachttemperaturen kann es zu solchen Rissen kommen. Ein weißer Anstrich mit spezieller Farbe kann Abhilfe schaffen. Die helle Farbe reflektiert die Sonnenstrahlen und verhindert so eine zu starke Erwärmung der Baumrinde. Vor dem Anstrich sollte der Stamm von Moos und Flechten befreit werden. Der Weißanstrich sollte bei frostfreien Temperaturen erfolgen. Einfach mit einem Pinsle auftragen und bei Bedarf im Laufe des Winters den Anstrich einmal auffrischen.

Der richtige Baumschnitt

Für ein schön geformtes Astwerk und ein gesundes Wachstum, sollten Sie einige Dinge beachten. Der richtige Schnitt sorgt auch für eine Blütenpracht und einen guten Ernteertrag von Obstbäumen. Achten Sie beim Baumschnitt deshalb darauf,  Ausreißer, die andere Äste behindern zu entfernen. Lichten Sie auch die Baumkronen regelmäßig aus, damit Luft zirkulieren und genügend Sonnenlicht an den unteren Bereich kommen kann. Eine alte Gärtnerweisheit lautet: Einen Hut muss man durch eine Obstbaumkrone hindurchwerfen können, ohne dass er sich verfängt. Auch alte Äste, die bereits mehrere Jahre Früchte getragen haben, sollten entfernt werden. So kann das Wachstum neuer Triebe begünstigt werden. Möchten Sie ganze Äste entfernen, müssen diese direkt an dem Ast aus dem sie wachsen, geschnitten werden. Wollen Sie die Äste nur zurückschneiden, sollte die letzte Knospe nach oben bzw. außen zeigen.

Wichtige Hilfsmittel für den Obstbaumschnitt sind eine kleine und eine große Astschere sowie eine Handbaumsäge. Durch eine Teleskopverlängerung ist das Klettern auf eine Leiter häufig verzichtbar.

Passende Standorte für Obst

Überlegen Sie im ersten Schritt, welches Obst Sie in Ihrem Garten anbauen wollen. Nicht jede Apfelsorte ist beispielsweise gleich gut geeignet. So gelten etwa Braeburn, Gala und Elstar als anfällig bzw. schwierig im Anbau. Entscheiden Sie sich lieber für Topaz oder Gerlinde. Bei Birnen hat sich zum Beispiel die Conférence bewährt. Auch bei Pfirsichen und Pflaumen gibt es pflegeleichte Sorten, die Ihnen sicher Freude machen. Lassen Sie sich am besten vor dem Kauf von einem Fachmann beraten. Das erspart Ihnen so manche Enttäuschung.

Damit die Obsternte aus dem eigenen Garten reichlich ausfällt, gilt es den Pflanzen optimale Bedingungen zu bieten. Wir verraten Ihnen, an welchem Standort welche Sorten am besten gedeihen.

Obstbäume

Wer sich Obstbäume in den eigenen Garten pflanzen möchte, muss sich Gedanken über den geeigneten Standort machen. Häufig wird nämlich der Platzbedarf ausgewachsener Exemplare unterschätzt und zu nah an Hauswand oder Grundstücksgrenze gepflanzt. Denken Sie daran, dass der Baum selbst Sonnenlicht abhält. Daher sollte er nicht direkt an Ihre Terrasse oder an Ihren Sonnenplatz grenzen.

Das eigentliche Anpflanzen von Obstbäumen ist unkompliziert. Heben Sie ein Loch aus, das den Wurzeln so viel Platz bietet, dass sie nicht verknicken. Setzen Sie das Bäumchen hinein und treiben Sie bei sehr jungen, dünnen Pflanzen einen Pflock in den Boden. Daran binden Sie den jungen Baum, bis er selbst sicher genug steht. Füllen Sie dann das Loch rund um die Wurzeln des Bäumchens auf, drücken Sie die Erde etwas fest und gießen Sie kräftig. So verteilt sich die Erde besser. Zum Abschluss gönnen Sie Ihrem künftigen Obstlieferanten noch einen Rindenschutz, den Sie um den Stamm wickeln. Der bewahrt die noch empfindliche Rinde vor Sonnenbrand und Schäden durch Nagetiere.

Beerenobst

Beerenobst

Beerenobst bevorzugt sonnige und luftige Standorte. Allerdings muss es vor heftigen Winden geschützt werden. Die meisten Sorten gedeihen vor allem auf humusreichen Böden gut, lehmiger Untergrund sollte dagegen vermieden werden.

Lieben Sie Beeren? Himbeeren sind unkompliziert – vorausgesetzt, Sie wählen eine herbsttragende Sorte, deren Früchte also von August bis zum ersten Frost reif sind. Nach der Erntezeit können Sie die Pflanze mit der Gartenschere großzügig herunterkürzen. Auf Pflanzenschutz können Sie dabei verzichten, da die Käfer, die ihre Eier gerne in Himbeeren ablegen, im Herbst nicht mehr aktiv sind.

Auch Heidelbeeren kommen mit wenig Pflege aus, denn Sie müssen die Pflanzen nicht zurückschneiden. Gute Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie die Sträucher in Rhododendron-Erde setzen, am besten noch in ein Hochbeet. Wichtig ist, dass Sie Heidelbeeren nicht zu tief einpflanzen. Der Erdballen sollte noch etwas aus der Erde herausschauen. Bedecken Sie ihn dann einfach mit Rindenmulch.

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