Stadtgarten

Gärtnern in der Stadt

Urban Gardening, Guerilla Gardening und Miet-Gärten

Gärtnern in Städten ist nicht nur auf dem Balkon oder der Terrasse möglich. Wir zeigen Ihnen verschiedene Möglichkeiten, wie Sie zusammen mit anderen Blumenfreunden und Hobbygärtnern ein Stück Ihrer Stadt begrünen können. Haben Sie schon einmal etwas von „Guerilla Gardening“ gehört? Oder wissen Sie, was sich hinter dem Begriff „Urban Gardening“ verbirgt? Haben Sie schon einmal überlegt, sich einen Garten einfach zu mieten? Damit holen Sie sich die grüne Vielfalt in Ihre Stadt. Wir erklären Ihnen, wie das funktioniert. Entdecken Sie die vielfältigen Möglichkeiten, sich einen grünen Garten in die Stadt zu holen.

„Guerilla Gardening“ – Garten in der Stadt

Mit Guerilla Gardening verwandeln sich Verkehrsinseln, brachliegende Flächen und triste Hinterhöfe sozusagen über Nacht in grüne und bunt blühende Oasen. Die Aktivitäten der Guerilla-Gardening-Bewegung hat Ihren Ursprung in New York. Im Jahr 1973 gründete die Künstlerin Liz Christy die Gruppe „Green Guerillas“ und legte zusammen mit Freunden und Nachbarn auf einem zuvor vermüllten Gelände einen Gemeinschaftsgarten an.
In Europa wurde die Bewegung bekannt, als am 1. Mai 2000 Umweltaktivisten und Globalisierungsgegner mit Spaten und Setzlingen bewaffnet ein Rasenstück des Parliament Square umgruben und bepflanzten, um somit ihren politischen Unmut kundzutun. Seitdem findet die Bewegung auch hier immer mehr Anhänger, die der urbanen Tristesse mit Samenbomben und Blumenzwiebeln meist jedoch unerlaubt den Kampf ansagen wollen.

Samenbombe selber machen

Für alle, die die Welt auch ein bisschen grüner machen wollen, haben wir eine Anleitung für eine Samenkugel zum Selbermachen.

Material:

  • 10 EL Blumenerde
  • 8 EL Tonpulver
  • Saatgut
  • Wasser

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So einfach funktioniert‘s:

  1. Vermengen Sie das Tonpulver und die Blumenerde.
  2. Fügen Sie so viel Wasser hinzu bis eine breiige Masse entstanden ist.
  3. Nun fügen Sie das Saatgut hinzu und vermengen alles.
  4. Formen Sie walnussgroße Kugeln aus der Masse und lassen Sie diese trocknen.

Jetzt kann das „Guerilla Gardening“ losgehen.

„Urban Gardening“ – Gemeinsam Gärtnern

Gemeinsames Gärtnern, auch unter dem englischen Begriff „Urban Gardening“ bekannt, liegt vor allem bei Stadtmenschen, die Sehnsucht nach mehr Natur haben, im Trend. In große und kleinen Städten schließen sich Menschen zusammen, um gemeinsam einen kleinen Teil der Stadt in grüne Minigärten zu verwandeln. Diese können in einem Hinterhof, auf einem Flachdach, auf Brachflächen oder auf ungenutzten Grünstreifen entstehen. Dort lassen sich gemeinschaftlich Blumen züchten, Gemüse anbauen und noch viel mehr. Mit „Urban Gardening“ können Sie sich nicht nur zu einem kleinen Teil selbst versorgen, sondern sich auch täglich auf Ihrer kleinen Grünfläche mit Ihren Mitgärtnern austauschen. So ist ein Minigarten ein echtes Gemeinschaftserlebnis. Achten Sie aber darauf, dass Sie keine privaten oder öffentlichen Grundstücksrechte verletzen. Im Zweifel ist eine Anfrage an Ihre Stadt- oder Gemeindeverwaltung empfehlenswert.

Grundausstattung für das gemeinschaftliche Gärtnern

Damit Sie direkt mit dem „Urban Gardening“ beginnen können, haben wir eine Liste mit Dingen, die Sie dafür benötigen zusammengestellt.

Sie benötigen:

  • Viel Erde, die Sie am besten gemeinschaftlich transportieren.
  • Gartenwerkzeug: Spaten, Gabel, Schaufel, aber auch Eimer und Pflanzgefäße.
  • Blumenzwiebeln, Gemüsesetzlinge, Saatgut, Pflanzen.
  • Baumaterialien zur Begrenzung, zum Beispiel für das Anlegen von Hochbeeten.
  • Spaß am gemeinschaftlichen Gärtnern.
  • Freude am Anbau und Genuss von eigenem Gemüse und Anblick von blühenden Blumen in der Stadt.
  • Zeit, denn einmal aufgebaut bedarf Ihr Minigarten der konstanten Pflege.

Mit diesem Grundwissen und der richtigen Grundausstattung können Sie das Bild Ihrer Stadt kreativ zum Positiven verändern. Mit „Urban Gardening“ können Sie ein Zeichen setzen, gegen die Überbauung von städtischen Flächen und für ein gesellschaftliches Miteinander in gemeinschaftlich betriebenen Biogärten.

Schrebergärten und Felder mieten

Kleine Gärten, Gartenstücke oder Teilstücke eines Ackers können Sie auch mieten, wenn Ihr Zuhause keine Grünfläche bietet oder wenn Sie mehr Platz für den Anbau von Obst und Gemüse benötigen. Mittlerweile gibt es viele Anbieter, die kleinere Grünflächen für den privaten Gebrauch vermieten. Je nach Bedarf und Anbieter sind die Felder zwischen 40 und 100 Quadratmeter groß. Sie werden vom Landwirt vor Ort bereits mit bis zu 25 verschiedenen Gemüsesorten professionell vorbepflanzt. Meist werden auch Gießwasser, ein Grundsortiment an notwendigen Gartengeräten und je nach Anbieter sogar ein kleines Gartenhäuschen zur Verfügung gestellt. Damit auch schon die erste Ernte ein Erfolg wird, werden häufig regelmäßige Gärtnersprechstunden vor Ort sowie allgemeine Informationen und Tipps zur Pflege der Pflanzen angeboten.

Wer ein gepachtetes Stück Land nicht nur zum Obst- und Gemüseanbau nutzen möchte, sondern auch als klassischen Garten, als Oase der Ruhe und Entspannung, ist mit einem Schrebergarten gut beraten. Diese Parzellen liegen wieder voll im Trend und sind vor allem bei jungen Familien sehr beliebt. Schrebergarten-Anlagen liegen häufig mitten in der Stadt und sind so gut zu Fuß oder  mit dem Fahrrad zu erreichen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auch  beim Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V..

Unsere Aktionsartikel finden Sie in unserem Gartenkalender.

Sie möchten noch mehr über „Urban Gardening“ lesen? Dann blättern Sie in unserem Garten-Magazin auf die Seite 9.
Auf insgesamt 32 Seiten finden Sie weitere interessante, praktische und hilfreiche Tipps für Gartenarbeit, Gartengestaltung und entspannte Zeit im Garten.

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