Das Glas ist die zweite Haut des Weins. Nur dann, wenn es dünnwandig ist und funktional geformt, betont es die individuellen feinen Eigenschaften der edlen Tropfen. Welcher Wein aus welchem Glas − das ist keine komplizierte Wissenschaft, sondern folgt einfachen Regeln:
Weißweine mögen Gläser mit kleineren Kelchen, weil sie kalt getrunken werden und sich im großen Glas zu schnell erwärmen würden. Dann kommen ihre wundervollen Aromen optimal zum Ausdruck, ihre zarte Säure wird ideal betont.
Ein schöner „Roter” wird vor allem durch seine feinen Aromen, milden Gerbstoffe und dezenten Säuren geprägt. Er verlangt geradezu nach einer größeren Kelchform, damit sich die Anklänge von dunklen Kirschen, Himbeeren, Zedernholz, Tabak und milden exotischen Gewürzen in Höchstform präsentieren können. Zur vollen Entfaltung seines Geschmacks benötigt er aber auch genügend Berührung mit Luft. Dazu das Glas einfach nur zu einem Drittel füllen und den Wein sanft darin „kreisen” lassen.
Champagner, Sekt und Co. schmecken perfekt aus einem Glas mit einem lang gezogenen Oval. Dies ermöglicht eine volle Ausprägung des Aromas, ohne dass dabei die Kohlensäure unangenehm in der Nase kitzelt. Tipp: Probieren Sie einen Wein mit verschiedenen Gläsern und Sie werden deutliche Unterschiede riechen und schmecken.
Die richtige Temperatur
Zu warm, zu kalt, zu süß, kein Aroma. Gleich ob es um die Weinproduktion, die Lagerung von Wein oder um den Weingenuss geht, die richtige Temperatur ist entscheidend für den Geschmack. Es gibt Hunderte von Rebsorten, verschiedenste Methoden der Herstellung, es gibt junge und alte, süße und trockene Weine. Und sie wollen nicht alle mit der gleichen Temperatur serviert werden.
Deshalb gilt:
Sekt, Champagner, Cava & Co
Weiß- und Süßweine
Roséweine
leichte Rotweine (Trollinger)
Rotweine
5° C −
8° C −
10° C −
14° C −
17° C −
7° C
10° C
13° C
16° C
18° C
Auf den Rückenetiketten unserer Weine finden Sie die vom jeweiligen Weinproduzenten empfohlene Trinktemperatur. Die kann je nach Alter, Herkunft und Rebsorte der Weine variieren.
Die richtige Lagerung
Zu viel Licht kann den Geschmack des Weins zerstören. Die ultravioletten Strahlen im Licht setzen chemische Prozesse in Gang, die den Wein schneller verderben lassen. Deshalb sind die meisten Weine in grüne oder braune Flaschen abgefüllt, die bereits einen Teil der weinschädlichen ultravioletten Strahlen aus dem Licht herausfiltern. Je dunkler das Weinlager ist, umso besser. Die ideale Lagertemperatur liegt zwischen 8 und 12 °C. Bei Temperaturen zwischen 15 und 20 °C reift der Wein schneller, da die Wärme die chemischen Reaktionen in der Flasche beschleunigt. Je kühler der Wein gelagert wird, desto langsamer, aber auch intensiver entfaltet sich sein Geschmack. Tipp: Der Lagerraum sollte eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit haben, damit die Korken nicht austrocknen und schrumpfen. Auch sollte er möglichst frei sein von
Fremdgerüchen. Das heißt, der Wein gehört nicht in den Kartoffelkeller, auch nicht in die Garage, da Korken mit der Zeit diese unangenehmen Gerüche annehmen und in den Wein abgeben können.
Der richtige Korkenzieher
Nicht alle Korkenzieher öffnen alle Flaschen gleich gut. Zu unterschiedlich sind sie in Größe, Handhabung und Hebelwirkung. Entscheidend für die Funktionsweise sind das Gewinde und die Hebelwirkung, der sogenannte Hub. Unterschieden wird bei den Gewinden zwischen Scharf- und Rundgewinde. Während das Scharfgewinde wie eine Schraube geformt ist und Mühe hat, alte Korken glatt herauszuziehen, ist das Rundgewinde spiralförmig und besitzt damit eine sogenannte Seele. Die Kräfte im Korken werden gleichmäßiger verteilt, der Korken kann leicht gezogen werden. Entscheidend ist auch die Länge des Gewindes. Ist es zu kurz, können sehr lange Korken kaum gezogen werden, ohne zu brechen; Ist es zu lang, kann es den Korken durchbohren, sodass Korkkrümel in den Wein gelangen.